Die in Hamburg lebende britisch-nigerianische Künstlerin Karimah Ashadu interessiert sich für Männer, die sich selbst inszenieren und Stärke demonstrieren, obwohl sie unter prekären Bedingungen leben und arbeiten. In ihren Videoarbeiten filmt sie Bodybuilder, Motorradtaxifahrer und Schrotthändler – und zeigt Männlichkeit als Pose und Überlebensstrategie.
Die Männer in Karimah Ashadus Film „MUSCLE“ gehen körperlich komplett an ihre Grenzen und die Kamera ist so nah an ihnen dran, dass man beim Zuschauen fast mitleidet. Nahaufnahmen von prall angespannten Oberarmen, dick hervortretenden Adern und schweißglänzender Haut sind unterlegt mit angestrengtem Stöhnen und dem metallischen Aufeinanderkrachen von Hanteln. Der 22 Minuten lange Film, der gerade in der Hamburger Kunsthalle zu sehen ist, porträtiert Bodybuilder in einem Slum der nigerianischen Großstadt Lagos, die in einem improvisierten Freiluft-Gym Gewichte stemmen. In Statements aus dem Off erzählen die Männer, was sie antreibt. Wenn er muskelbepackt durch die Straßen spaziere, sei es, als ob er eine Waffe bei sich trage, sagt einer von ihnen: „Dann legt sich niemand mit dir an oder behandelt dich wie ein Nichts.“
Für die Künstlerin, die selbst aus Nigeria stammt, stehen die Geschichte...
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