Obdachlose und Geflüchtete ohne Versicherungsschutz erhalten in Hamburg wieder medizinische Hilfe. Die Sozialbehörde hat die Finanzmittel für deren Behandlung deutlich aufgestockt.
Die Sozialbehörde hat den Hilferuf sozialer Arztpraxen gehört und stellte im Juni zusätzliche 300.000 Euro für die medizinische Versorgung von Menschen ohne Versicherungsschutz zur Verfügung – deutlich mehr Geld als in den Vorjahren. Nach Angaben des Senats ist die „niedrigschwellige“ Übernahme der Behandlungskosten damit sichergestellt, „sodass eine Verschlechterung von Erkrankungen verhindert“ werden könne.
Rund einen Monat lang konnten soziale Arztpraxen nach eigenen Angaben Menschen ohne Versicherungsschutz in medizinischen Notlagen nicht mehr die benötigten Behandlungen zusichern. Die dafür von der Sozialbehörde zugesichert 500.000 Euro waren Mitte Mai aufgebraucht.
Die Einrichtungen des Hamburger Medinetzwerks wie die „Praxis ohne Grenzen“ und die diakonische Einrichtung „Andocken“ hatten sich daraufhin an die Öffentlichkeit gewendet und sogar vor „potenziell tödliche Folgen“ einer ausbleibenden medizinischen Versorgung der Kranken gewarnt.
