Gewalt gegen Obdachlose : Polizei sucht weiter Zeugen für Übergriffe

Bislang hat die Polizei nicht alle Fälle aufklären können. Foto: Actionpress

Wer hat den Schlafsack eines Obdachlosen in St. Georg angezündet? Bislang tappt die Polizei im Dunkeln. Auch andere ähnliche Fälle sind noch ungeklärt.

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Die Polizei sucht weiter nach Zeugen für eine mutmaßliche Brandstiftung auf den Schlafsack eines Obdachlosen in St. Georg am 13. April. „Der große Durchbruch ist uns noch nicht gelungen“, sagt Polizeisprecherin Heike Uhde knapp zwei Wochen nach dem Brand, bei dem zum Glück nur Sachschaden entstanden war. Die Mordkommission geht davon aus, dass jemand den Schlafsack absichtlich in Brand gesetzt hatte. Hinweise erhofft sich die Polizei von vier Männern, die „dem äußeren Erscheinungsbild nach Afrikaner“ sein und zur Tatzeit durch die Ernst-Merck-Straße gegangen sein sollen. „Diese möglichen Zeugen fehlen uns immer noch“, beklagt Sprecherin Uhde.

Bereits im Januar war ganz in der Nähe eine Obdachlose davon wach geworden, wie Unbekannte an ihrer Kleidung zündelten. Auch dieser Fall konnte bislang nicht aufgeklärt werden: Auf den damaligen Zeugenaufruf der Polizei meldete sich ebenfalls niemand. Auch das Ermittlungsergebnis im Fall eines Brandes einer Platte an der Reeperbahn Anfang April steht bislang noch aus. Ein Obdachloser war beim Löschen verletzt worden.

Zwei Festnahmen nach weiteren Übergriffen

Erfolgreicher waren die Ermittler Ende Januar: Nach der Brandstiftung auf einen Obdachlosenschlafplatz an den Landungsbrücken hatten sie einen Tatverdächtigen festgenommen, der bis heute in Untersuchungshaft sitzt. Derzeit bereitet die Staatsanwaltschaft eine Anklage gegen ihn vor. Ebenfalls zwischenzeitig festgenommen hatte die Polizei einen Mann, der am 20. April einen Obdachlosen in der Mönckebergstraße verprügelt haben soll. In diesem Fall ermittelt sie wegen gefährlicher Körperverletzung. „Auch gegen ihn wird hoffentlich Anklage erhoben“, sagt Polizeisprecherin Uhde.

Über den Autor
Benjamin Laufer
Schreiben, was schief läuft, damit es sich ändert: Benjamin Laufer arbeitet als Journalist in Hamburg hauptsächlich zu Sozial- und Innenpolitik.

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