Polizei sucht Zeugen : Erneut Obdachloser bei Feuer verletzt

Vor dem ehemaligen Lidl-Markt an der Reeperbahn hat eine Platte gebrannt. Foto: BELA

Schon wieder hat eine Obdachlosenschlafstätte gebrannt, dieses Mal auf der Reeperbahn. Ein Obdachloser wurde beim Löschversuch verletzt. Nun sucht die Polizei nach Augenzeugen.

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Von der Platte vor dem ehemaligen Lidl an der Reeperbahn ist nicht mehr viel übrig: Ein Einkaufswagen mit Kleidung, eine angebrannte Matratze und jede Menge Ruß. Das Feuer war laut Polizei in der Nacht zu Mittwoch gegen 2.20 Uhr ausgebrochen. Zum Glück schlief dort zu diesem Zeitpunkt niemand.

Allerdings einige Meter weiter. Die Brandgeräusche hätten eine 46-Jährige obdachlose Frau geweckt, berichtet die Polizei. Zusammen mit zwei weiteren Obdachlosen hätte sie versucht, das Feuer zu löschen – allerdings vergeblich. Ein 49 Jahre alter Obdachloser habe sich bei seinem Löschversuch eine Atemwegsreizung zugezogen und wurde ambulant in einem Krankenhaus behandelt.

Das Feuer gelöscht hätten mit einem Feuerlöscher die von einem Passanten alarmierten Polizisten. Hinzugerufene Feuerwehrleute kümmerten sich um die Nachlöscharbeiten.

Die Polizei sucht Zeugen

Obdachlose bei Brandanschlag verletzt
Mordkommission ermittelt
Obdachlose bei Brandanschlag verletzt
Bei einem Feuer in einem Parkhaus an den Landungsbrücken sind zwei Obdachlose in der Nacht zu Dienstag leicht verletzt worden. Die Mordkomission hat die Ermittlungen übernommen und sucht Zeugen.

Wie das Feuer entstanden ist, war auch am Donnerstagvormittag noch ungeklärt. „Wir können zur Brandursache noch nichts sagen, die Ermittlungen dauern an“, sagte eine Polizeisprecherin zu Hinz&Kunzt. Die Polizei hofft bei der Aufklärung auf Unterstützung aus der Bevölkerung. Zeugen werden gebeten, sich telefonisch unter der Nummer 040 / 4286-56789 zu melden.

Erst im Februar waren zwei Obdachlose bei einem Feuer auf ihrer Platte an den Landungsbrücken verletzt worden. Die Polizei nahm daraufhin einen 29-Jährigen fest, der den Brand gelegt haben soll. Eine Anklage gegen ihn wird von der Staatsanwaltschaft vorbereitet.

Über den Autor
Benjamin Laufer
Schreiben, was schief läuft, damit es sich ändert: Benjamin Laufer arbeitet als Journalist in Hamburg hauptsächlich zu Sozial- und Innenpolitik.

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