Wasserversorgung

Genug trinken! Aber wo?

Eine der sechs festen Trinkwassersäulen von Hamburg Wasser. Foto: SIM

Der Ausbau der öffentlichen Trinkwasserbrunnen in Hamburg schreitet nur langsam voran. Drei von neun Wasserspendern, die seit letztem Jahr aufgestellt wurden, werden nach der Europameisterschaft bereits wieder abgebaut.

Hinz&Kunzt Randnotizen

Freitags informieren wir per Mail über die Nachrichten der Woche:

Am Dienstag erwartet Hamburg erneut tropische Temperaturen. Bereits während der ersten heißen Sommertage vor zwei Wochen erinnerten Anzeigetafeln der Sozialbehörde daran, genügend zu trinken – „auch mal einen über den Durst“. Doch das Angebot der öffentlichen Trinkwasserbrunnen wird nur langsam ausgeweitet. Während Obdachlose vor allem von Ehrenamtlichen mit Wasser versorgt werden, wurden extra für Fußballfans mobile Wasserspender aufgestellt. 

Bis Anfang 2023 mussten alle EU-Mitgliedsstaaten Maßnahmen ergreifen, um den Zugang zu kostenlosem Trinkwasser zu verbessern. Das steht in der EU-Trinkwasserverordnung, die 2021 in Kraft trat. Die Hamburger Bürgerschaft beschloss daraufhin im Haushaltsplan 2023/2024, 245.000 Euro für zehn neue Trinkwasserbrunnen, verteilt auf alle Hamburger Bezirke, bereitzustellen.  

Der städtische Versorger Hamburg Wasser hat bis jetzt allerdings erst einen neuen Trinkwasserbrunnen aus den Mitteln der Bürgerschaft in Harburg installiert. Damit gibt es momentan insgesamt 48 festinstallierte Trinkwasserspender in der Stadt. Davon werden 42 von der Stadtreinigung und sechs von Hamburg Wasser betrieben. Bis zum Ende des Sommers sollen sieben weitere gebaut werden, teilt ein Sprecher der Umweltbehörde auf Hinz&Kunzt-Anfrage mit – unter anderem in Altona, Wandsbek und Bergedorf. Zwei davon werden aus Bundesmitteln für die Austragungsorte der UEFA 2024 finanziert. 

Wasserspender werden nach EM wieder abgebaut  

Für die Fußballfans ist gesorgt: Auf der Fanzone am Heiligengeistfeld betreibt Hamburg Wasser drei mobile Trinkwasserspender, die jedoch nach Ende der Europameisterschaft wieder abgebaut werden.  

Um Wasserversorgung von Obdachlosen kümmern sich Ehrenamtliche 

Alle Trinkwasserspender und andere Orte, an denen es kostenloses Trinkwasser gibt, sind auf der Liste der kühlen Orte zu finden. Viele eingezeichnete Trinkwasserangebote befinden sich allerdings in geschlossenen Räumen wie Kundenzentren, Geschäften oder Cafés und können für obdachlose oder suchtkranke Menschen hochschwellig sein. Denn oft sind sie an diesen Orten nicht gerne gesehen.  

Bei der Wasserversorgung von Obdachlosen helfen vor allem Ehrenamtliche. Die Helfer:innen vom Mitternachtsbus der Diakonie und vom Kältebus des CaFée mit Herz verteilen Wasserflaschen. Auch im Hinz&Kunzt-Haus gibt es einen Wasserspender, der unter der Woche zwischen den Öffnungszeiten von 9.30 Uhr bis 13 Uhr und zwischen 14 Uhr und 17 Uhr zugänglich ist. Das CaFée mit Herz auf St. Pauli hat wiederum neuerdings auch vor dem Haus einen Wasserspender installiert, so dass Obdachlose sich dort rund um die Uhr mit Trinkwasser versorgen können. 

Artikel aus der Ausgabe:

Schöne neue Fahrradwelt?

Läuft Hamburgs Umbau zur „Fahrradstadt“ eigentlich sozial gerecht ab? Antworten gibt unter anderem Verkehrssenator Anjes Tjarks. Außerdem: Reportage aus einem Pflegeheim für Alkoholkranke und ein Gespräch mit Rocko Schamoni über seine Anfänge in Hamburg.

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Autor:in
Luca Wiggers
Luca Wiggers
1999 in Hannover geboren, hat dort Germanistik und Anglistik studiert und ist Anfang 2022 nach Hamburg gezogen. Seit Juni 2023 Volontärin bei Hinz&Kunzt.

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