Pik As

Unterkunft für Obdachlose nach Renovierung überfüllt

Neue, moderne Fassade
Neue, moderne Fassade
Der Innenhof des frisch renovierten Pik As in der Neustadt. Foto: Mauricio Bustamante

Im ersten Monat nach der Neueröffnung des „Pik As“ konnte nicht allen Hilfesuchenden ein Bett angeboten werden. Das liegt an strukturellen Problemen.

Die frisch renovierte Hamburger Obdachlosenunterkunft „Pik As“ ist bereits kurz nach der Eröffnung erneut überfüllt: Rund 30 Personen hätten im Mai kein Bett in einem der Viererzimmer erhalten können, teilte der Betreiber Fördern & Wohnen auf Nachfrage von Hinz&Kunzt mit.

Den Obdachlosen sei stattdessen angeboten worden, in einem Gemeinschaftsbereich „im Warmen“ zu übernachten, hieß es. Allerdings: „Betten werden dort nicht aufgestellt.“ Zudem sei der Aufenthalt dort nur in Einzelfällen möglich. Eigentlich dürften im Pik As maximal 330 Menschen übernachten.

Renovierte Obdachlosenunterkunft
Wird das Pik As zum „Ort der Wertschätzung“?
Hamburgs älteste Obdachlosenunterkunft ist 113 Jahre alt und hat keinen guten Ruf. Im April eröffnet das "Pik As" frisch renoviert. Die zuständige Bereichsleiterin des Betreibers blickt kritisch in die Vergangenheit – und verspricht eine bessere Zukunft.

Als Dauerlösung sieht der Betreiber das nicht: „Zur strukturellen Auflösung dieser Engpässe befinden sich Sozialbehörde und Fördern & Wohnen derzeit im intensiven Austausch“, sagte eine Sprecherin. Eigentlich sollen obdachlose Menschen nur kurz in der Notunterkunft unterkommen und von dort in eine Wohnung oder Dauerunterkunft vermittelt werden.

In der Praxis klappt das nur selten: „Wir sind durch äußere Umstände in unserer Arbeit eingeschränkt: Es gibt zu wenig Wohnungen und Unterkunftsplätze“, sagte die zuständige Bereichsleiterin Ina Ratzlaff kürzlich im Hinz&Kunzt-Interview.

Unabhängig davon ist Fördern & Wohnen aber zufrieden mit dem Neustart der Unterkunft: „Das neue Pik As hat seinen Betrieb störungsfrei gestartet, die obdachlosen Menschen nehmen die Einrichtung gut an und schätzen die baulichen Verbesserungen“, sagte eine Sprecherin.

Artikel aus der Ausgabe:
Titelbild von Hinz&Kunzt mit einem nackten Mann am Strand, der ein Surfbrett unter dem Arm trägt. Titelzeile: Wann ist ein Mann eine Mann?

Wann ist ein Mann ein Mann?

Wie Robert Lindemann sich gegen Sexismus im Netz wehrt, was Menschen zum Mann macht und wie Gewalttäter therapiert werden. Außerdem: Okan Taşköprü über den NSU-Mord an seinem Onkel Süleyman und das Kurioseste aus 400 Ausgaben Hinz&Kunzt.

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Autor:in
Benjamin Buchholz
Benjamin Buchholz
Seit 2012 bei Hinz&Kunzt. Redakteur und CvD für das Onlinemagazin.

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