Angebot für Obdachlose : Neue Tagesaufenthaltsstätte in Altona

Im ehemaligen Umsonstladen in Altona eröffnet im kommenden Jahr eine zustätzliche Tagesaufenthaltsstätte für Obdachlose in Altona. Foto: JOF

Die Stadt Hamburg weitet das Angebot für Obdachlose in Altona aus: Ab dem kommenden Jahr öffnet in der Stresemannstraße eine Tagesaufenthaltsstätte.

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Für das Hamburger Hilfsangebote ist es ein Paradigmenwechsel: In der Vergangenheit trugen meistens die freien Träger der Wohlfahrtsverbände die Verantwortung für Tagesaufenthaltsstätten für Obdachlose und beschäftigten Sozialarbeiter. Von der Stadt kam das Geld – allein für den Betrieb der Tagesaufenthaltsstätten stellt die Sozialbehörde 827.000 Euro jährlich bereit. Jetzt übernimmt die Stadt Hamburg selber Aufgaben der Sozialberatung und Betreuung durch ihr Unternehmen fördern und wohnen (f&w).

Bereits im Januar 2020 will der städtische Unterkunftsbetreiber fördern & wohnen zusammen mit dem sozialen Träger Palette e.V. den Betrieb einer neuen Tagesaufenthaltsstätte für Obdachlose in der Stresemannstraße aufnehmen. Angemietet werden die Gewerberäume von der SAGA. Das zusätzliche Angebot wird vor allem mit Blick auf die seit Jahren bestehende Trinkerszene am Bahnhof Holstenstraße eingerichtet.

Im Auftrag des Bezirksamtes Altona hatten Straßensozialarbeiter von Palette vor zwei Jahren Kontakt zu der Gruppe aufgenommen und Lösungsansätze für sie entwickelt. Ihre Kernforderung: die Einrichtung einer Tagesaufenthaltsstätte (TAS). Darüber hinaus schlugen die Sozialarbeiter Angebote wie eine Jobbörse oder auch eine Begleitung zu den Ämtern vor; der Konsum von mitgebrachten, leichten alkoholischen Getränken solle in der Einrichtung erlaubt sein. Ob auch diese zusätzlichen Aspekte in das Konzept der neuen TAS einfließen werden, steht laut f&w noch nicht fest.

Die neue TAS ist aber nur eine Übergangslösung und Ergänzung zum bestehenden Hilfsangebot. Perspektivisch will die Stadt eine neue Tagesaufenthaltsstätte bauen lassen.

Bislang gibt es in Hamburg nur eine Tagesaufenthaltsstätte, die täglich geöffnet ist. Sie liegt in der Hinrichsenstraße in Hohenfelde und damit abseits der üblichen Routen der Obdachlosen, die viele ihrer Hilfsangebote in Altona, Eimsbüttel, St. Pauli oder rund um den Hauptbahnhof finden. Deutlich zentraler gelegen soll in den kommenden Jahren eine Alternative entstehen: Nur wenige Meter von Zwischenlösung in der Stresemannstraße entfernt. Auf einer Brache wird der fördern & wohnen ein neues Gebäude bauen.

Über den Autor
Jonas Füllner
Jonas Füllner
Studium der Germanistik und Sozialwissenschaft an der Universität Hamburg. Seit 2013 bei Hinz&Kunzt - erst als Volontär und inzwischen als angestellter Redakteur.

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