Die Polizei räumt eine Obdachlosen-Platte am Rande der Speicherstadt. Einer von Hunderten Fällen pro Jahr. Was bringt das? Ein Vor-Ort-Besuch offenbart überraschende Erkenntnisse.
Auch Tage nach der Räumung ist Frauke Steinhäuser fassungslos. „Ich habe den Mann immer als freundlich und zurückhaltend erlebt“, sagt die 56-Jährige über den Obdachlosen, der hier, am Rand der Speicherstadt, seinen Schlafplatz verlassen sollte. Zweimal die Woche läuft die Historikerin unter der Kibbelstegbrücke entlang. Den Mann, der dort zumindest etwas Schutz gefunden hatte, kennt sie seit Jahren. Immer hätten sie sich freundlich gegrüßt. Und einmal, erzählt sie, habe sie ihn angesprochen, da saß er auf einer Bank im nahen Park. Er habe signalisiert, dass er kein Deutsch spreche. Aber irgendwie verstanden habe er sie schon: „Er hat die Hand auf sein Herz gelegt.“
Zufällig wird die Hinz&Kunzt-Leserin Zeugin davon, wie Polizei und St...
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