Graphic Novel über Klassismus

Scham als ständiger Begleiter

Zeichnerin und Autorin Eva Müller. Foto: Miguel Ferraz

In ihrer Graphic Novel „Scheiblettenkind“ zeichnet Eva Müller eine Kindheit und Jugend als Arbeiterkind nach – und stellt wichtige Fragen, etwa: Warum ist es in Deutschland immer noch schwierig, Klassengrenzen zu überwinden?

Immer wenn Eva Müller nicht weiterwusste, zeichnete sie Marx. Genau, den Marx: „Bei Schreibblockaden war er meine Ausflucht. Er ordnet die Dinge ein“, sagt die Illustratorin und Autorin. An jedem Kapit­elende kommt er zu Wort. Ihr Marx besteht gefühlt fast nur aus Haaren, dicht an dicht kringeln sie sich an Kopf und Vollbart. In ihrer Graphic Novel „Scheiblettenkind“ hat Müller den Klassenkampf-Vorkämpfer in die Gegenwart gebeamt: Marx trägt Hipster-Klamotten und sitzt im Café vor dem Laptop zwischen übermüdeten Digital Natives. Sanft blickt er unter buschigen Augen­brauen hervor, darunter liest man bekannte Sätze von ihm wie: „Das gesellschaftliche Sein bestimmt das Bewusstsein.“

Die in Hamburg lebende Zeichnerin und Autorin Eva Müller hat mit „Schei...


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Gut geschlafen?

Wie schlecht Obdachlose schlafen – und was das für ihre Gesundheit bedeutet. Wieso es im Stadtteil Niendorf Widerstand gegen neue Hilfseinrichtungen gibt. Außerdem: Besuch im Zusatzstoffmuseum und Interview mit Kettcar-Bassist Reimer Burstorff.

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Autor:in
Simone Deckner
Simone Deckner
Simone Deckner ist freie Journalistin mit den Schwerpunkten Kultur, Gesellschaft und Soziales. Seit 2011 arbeitet sie bei Hinz&Kunzt: sowohl online als auch fürs Heft.

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