In ihrer Graphic Novel „Scheiblettenkind“ zeichnet Eva Müller eine Kindheit und Jugend als Arbeiterkind nach – und stellt wichtige Fragen, etwa: Warum ist es in Deutschland immer noch schwierig, Klassengrenzen zu überwinden?
Immer wenn Eva Müller nicht weiterwusste, zeichnete sie Marx. Genau, den Marx: „Bei Schreibblockaden war er meine Ausflucht. Er ordnet die Dinge ein“, sagt die Illustratorin und Autorin. An jedem Kapitelende kommt er zu Wort. Ihr Marx besteht gefühlt fast nur aus Haaren, dicht an dicht kringeln sie sich an Kopf und Vollbart. In ihrer Graphic Novel „Scheiblettenkind“ hat Müller den Klassenkampf-Vorkämpfer in die Gegenwart gebeamt: Marx trägt Hipster-Klamotten und sitzt im Café vor dem Laptop zwischen übermüdeten Digital Natives. Sanft blickt er unter buschigen Augenbrauen hervor, darunter liest man bekannte Sätze von ihm wie: „Das gesellschaftliche Sein bestimmt das Bewusstsein.“
Die in Hamburg lebende Zeichnerin und Autorin Eva Müller hat mit „Schei...
