Wer in Hamburg eine Wohnung sucht, muss im Schnitt mit 15,88 Euro kalt pro Quadratmeter rechnen. Laut einer aktuellen Studie steigen die Mieten weiter – vor allem im Umland.
Die durchschnittliche Kaltmiete in Hamburg ist im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Prozent auf 15,88 Euro gestiegen. Das ist das Ergebnis einer Wohnungsmarktstudie, die am 4. Mai vorgestellt wurde. In den sechs Umlandkreisen Pinneberg, Segeberg, Stroman, Lauenburg, Winsen und Stade gab es ein noch deutlicheres Plus von 4,8 Prozent. Hier liegt die durchschnittliche Kaltmiete nun bei 12,65 Euro pro Quadratmeter. Zum 40. Mal haben Schüler:innen des Niendorfer Ohmoor-Gymnasiums Wohnungsanzeigen analysiert. Zwischen Januar und März dieses Jahres haben Elftklässler:innen über 5000 Angebote von Neuvertragsmieten nach Stadteilen und Wohnungsgrößen sortiert und ausgewertet.
In Hamburg ist das Wohnen laut Studie in der Altstadt am teuersten. Hier liegt der Quadratmeterpreis im Schnitt bei 30,88 Euro. Auch in Eppendorf und der Hafencity liegt er bei über 20 Euro pro Quadratmeter. Auffällig sei aber auch der Anstieg der Mietpreise in bislang eher moderaten Stadtteilen wie Schnelsen und Niendorf, so die Studienautor:innen.
„Der Anstieg in Hamburg hat sich zwar spürbar verlangsamt, von Entwarnung kann aber keine Rede sein“, sagt Rolf Bosse, Vorsitzender des Mietervereins zu Hamburg. Gleichzeitig sehe man im Umland eine besorgniserregende Dynamik. Die Preisunterschiede zur Stadt schrumpften weiter. „Bezahlbarer Wohnraum wird auch dort zunehmend knapp“, so Bosse weiter.
Verband kritisiert Studie
Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) hält die Studie für nicht realitätsnah. Die Studie zeige bei 5000 ausgewerteten Inseraten nur einen kleinen Ausschnitt des Hamburger Wohnungsmarktes, jährlich würden bei rund 70.000 Wohnungen die Mieter:innen wechseln. Sozialwohnungen und vergleichsweise günstige Mieten wie die von vielen Wohnungsbaugenossenschaften würden in der Auswertung nicht berücksichtigt.
