Studie

26.000 Sozialwohnungen fehlen aktuell in Hamburg

Eine Baustelle mit vielen Kränen.
Eine Baustelle mit vielen Kränen.
Bramfeld realisiert die städtische SAGA derzeit den Bau von 540 Wohnungen.

In Hamburg müssten bis 2030 bis zu 56.000 neue Sozialwohnungen gebaut werden, um die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum zu decken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Pestel Instituts.

Um den Mangel an bezahlbaren Wohnraum in Hamburg bis 2030 zu beseitigen, müssten jedes Jahr rund 14.000 neue Sozialwohnungen entstehen. Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten „Sozialen Wohn-Monitor 2026” des Pestel Instituts hervor. Beauftragt wurde die Studie von einem Bündnis aus Mieterbund, Sozialverbänden und Gewerkschaften. Bundesweit fehlen den Berechnungen zufolge 1,4 Millionen günstige Wohnungen. Um diese Lücke bis 2030 zu schließen, müssten in Deutschland jährlich 400.000 neue Wohnungen entstehen, so die Forschenden.

Tatsächlich ist der Wohnungsbau seit mehr als zwei Jahren ins Stocken geraten. So wurde vergangenes Jahr in Hamburg der Neubau von 6734 Wohnungen genehmigt – nur 24 mehr als im Jahr zuvor. Die letzten Fertigstellungszahlen stammen aus 2024. Da wurden nur 2261 statt der von der Studie geforderten rund 14.000 Sozialwohnungen gebaut.

Steht dem Wohnungsmarkt ein „Sozial-Drama“ bevor, wie es die Studienersteller prognostizieren? Für Hamburgs Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein (SPD) ist das Glas eher halb voll als halb leer. „Hamburgs Wohnungsmarkt sendet erneut positive Signale der Stabilität und Erholung“, sagt sie mit Blick auf die Baugenehmigungszahlen. Und der Verband der norddeutschen Genossenschaften und die städtischen Saga warnen gar vor „Panikmache“.

Hamburg hat verglichen mit anderen Bundesländern eine deutliche höhere Sozialwohnungsquote. Doch fielen zuletzt jährlich rund 5000 günstige Wohnungen aus der Preisbindung. Da das Pestel Institut davon ausgeht, dass heute bereits 26.000 Sozialwohnungen in Hamburg fehlen, müssten bis 2030 nach Angaben der Forschenden insgesamt bis zu 56.000 Sozialwohnungen neu gebaut werden.

Wohnungen, die aus der Preisbindung fallen, würden aber „nicht sprunghaft teurer werden“, sagt Andreas Breitner, Sprecher des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), zu dem die Saga und Wohnungsgenossenschaften zählen. „Unsere Unternehmen garantieren auch nach Ablauf des Belegungszeitraums niedrige Mieten“, sagt Breitner.

Der Chef des Mietervereins zu Hamburg Rolf Bosse fordert trotzdem mehr Anstrengungen: „Wir brauchen nicht nur mehr Neubau, sondern vor allem dauerhaft bezahlbaren Wohnraum und eine deutlich stärkere soziale Bindung.“

Artikel aus der Ausgabe:
Ausgabe 395

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Autor:in
Jonas Fabricius-Füllner
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