Soziale Netzwerke sind voll mit Videos von Obdachlosen, Suchtkranken und Armen – oft ohne Einverständnis der Betroffenen. Dagegen vorzugehen ist schwer.
Herbst 2025: Rund um den Hamburger Hauptbahnhof gehen Menschen die Straßen entlang, kaufen ein, stehen in Gruppen zusammen. Mittendrin filmt sich ein aufgeregter junger Mann in schwarzer Regenjacke und mit Sonnenbrille. Er ist mit einem Begleiter unterwegs, den er als „Bodyguard Fred“ vorstellt. Auf Englisch beschreibt er die Gegend. „Rough“ sei es, all die „schlimmen Sachen“ würden hier abgehen. Nach einer Tour über Steindamm und Hansaplatz macht er sich auf den Weg zum Drogenkonsumraum Drob Inn. Er filmt die Suchtkranken auf dem Vorplatz, spricht abfällig über sie, nimmt die Kamera auch nicht herunter, als die Ersten ihn auffordern, sie auszuschalten. Schließlich kommt es zur kalkulierten Eskalation: Einige Drogennutzer, die nicht gefilmt werden wollen, werden aggressiv und bauen sich vor dem Youtuber und seinem Begleiter auf. Die ergreifen die Flucht. Der „Bodyguard“ sprüht mehreren Männern Pfefferspray ins Gesicht. Für Kurt Caz, so heißt der Mann mit Sonnenbrille, ein erfolgreicher Tag. Er hat reißerische Bilder für seinen Youtube-Kanal. Das Video „Attacked by ZOMBIES in Hamburg!“ hat nach vier Monaten mehr als drei Millionen Aufrufe.
Beim Drob Inn kennt man solche Vorfälle. Etwa einmal im Monat komme es vo...
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