Elbschule in Othmarschen

Inklusion mal andersherum

Konzentriertes Arbeiten: Die Schülerinnen und Schüler der Inklusionsklasse 7c. Foto: Miguel Ferraz
Konzentriertes Arbeiten: Die Schülerinnen und Schüler der Inklusionsklasse 7c. Foto: Miguel Ferraz
Konzentriertes Arbeiten: Die Schülerinnen und Schüler der Inklusionsklasse 7c. Foto: Miguel Ferraz

Die Elbschule ist Hamburgs einzige Schule für taube und schwerhörige Kinder. Seit zehn Jahren lernen hier auch Heranwachsende ohne Behinderung. Nun soll aus dem Versuch ein dauerhaftes Angebot werden.

Dienstag, dritte Stunde, Deutsch. Klassenlehrerin Maike Rohlfs klappt ihren Laptop auf, öffnet die Stundenpräsentation – und dann ertönt Metal-Musik in Zimmerlautstärke. Während der Sänger seine Wut auf die Welt hinausschreit, beeilen sich die 14 Schülerinnen und Schüler der 7c, Hocker für den Sitzkreis aufzustellen. Bevor sie sich setzen, holt sich jedes Kind noch seine Übertragungsanlage und hängt sie um. Diese technischen Hilfsmittel gibt es in der Hamburger Elbschule in jedem Klassenraum. In dem einzigen „Bildungszentrum für Hören und Kommunikation“ der Stadt haben schließlich die meisten der 300 Kinder eine Hörbeeinträchtigung oder sind gehörlos. Das längliche Gerät erinnert ein bisschen an einen iPod – Ältere werden sich erinnern. Es überträgt jedes gesprochene Wort auf die Hörhilfe der Kinder. So können auch die Schüler:innen mit einer Hörbehinderung dem Unterricht gut folgen. Auch Rohlfs trägt ein dünnes Headset mit einem Verstärker für ihre Stimme um den Hals. Die 7c ist eine Inklusionsklasse, sieben Kinder sind hörgeschädigt, sieben nicht. Einen Kommunikator trägt jedes Kind: Bei den Hörenden ist es quasi nur eine Art Mikrofon, bei den Hörgeschädigten beides – Hör- und Sprachverstärkung. Gemeinsam lernen sie in einer Schule, in der Hörbehinderung die Normalität ist. Seit 2016 läuft die umgekehrte Inklusion als Schulversuch, in jedem Jahrgang gibt es eine Inklusions- klasse.

Die letzten Klänge des Liedes sind verstummt. An der digitalen Tafel ist ...


Ausgabe kaufen & Gutes tun

Kaufen Sie Hinz&Kunzt digital für nur 2,80 €. Damit unterstützen Sie unabhängigen Journalismus und unsere Hilfe für obdachlose und arme Menschen.

oder
Schließen Sie unser Jahresabo für 33,60 € ab – und lesen Sie ein Jahr alle neuen Ausgaben. Endet automatisch!

ABO ABSCHLIESSEN

Schon gekauft? Zum Login

Verkaufsplatzkarte

An diesen Standorten können Sie unsere Hinz&Kunzt-Verkäufer:innen antreffen:

Artikel aus der Ausgabe:
Ausgabe 399

Bereit für Olympia?

Bereit für Olympia? Wir haben HSV-Rekordsprinter Owen Ansah und den französischen Olympia-Gegner Paul Alauzy getroffen und waren zu Gast in Lurup bei einem Schwimmverein. Außerdem: miese Arbeitsbedingungen auf Kreuzfahrtschiffen und Ansichten einer Obdachlosen-Vertreibung.

Ausgabe ansehen
Autor:in
Allgemeiner Avatar
Birk Grünling

Weitere Artikel zum Thema