Im Schneechaos haben die Stadt Hamburg und Organisationen zusätzliche Schlafplätze für Obdachlose bereitgestellt. Allerdings starb vergangene Woche ein Obdachloser – möglicherweise aufgrund der Kälte.
Erstmals nach zehn Tagen klettern die Temperaturen in Hamburg zum Wochenstart wieder über den Gefrierpunkt. Für Menschen auf der Straße bleibt das Wetter weiter so gefährlich, wie es auch vor dem Schneechaos von Freitag war: Auf Nachfrage von Hinz&Kunzt teilt die Polizei Hamburg mit, dass am Mittwoch ein Obdachloser im Universitätskrankenhaus Eppendorf gestorben ist. Ein kältebedingter Tod des 48-Jährigen könne nicht ausgeschlossen werden. Die Ermittlungen dazu dauern laut Polizei noch an.
Der Polizei ist bisher glücklicherweise kein weiterer Todesfall bekannt. Das ist nicht die einzige gute Nachricht vom zurückliegenden Wochenende: Hilfsprojekte wie die „Bullysuppenküche“ und „Mein Topf“ versorgten Obdachlose mit warmen Essen und frischer Kleidung rund um die Reeperbahn. Dort ist auch die „Alimaus“ ansässig. Die katholische Obdachlosenhilfseinrichtung blieb sogar rund um die Uhr geöffnet. Hier konnten sich Obdachlose ausruhen, wärmen und mit Essen stärken.
Schlafplätze in Kirchengemeinde und im Krankenhaus
In Heimfeld hatte sich eine Kirchengemeinde bereit erklärt, Obdachlose zu beherbergen. Und der Vortragssaal des Krankenhauses Geesthacht fungiert derzeit als Schlafsaal. Vier Obdachlose nächtigen dort seit Beginn des Schneechaos und dürfen nach Angaben des Krankenhauses sogar bis Mittwoch bleiben.
Das städtische Winternotprogramm zählt so viele Nutzer:innen wie seit Jahren nicht mehr: 718 Obdachlose schliefen dort in der Nacht auf Montag. Seit Ende vergangener Woche sind auch diese Unterkünfte rund um die Uhr geöffnet. Die Tagesöffnung gilt bis inklusive Dienstag, den 13. Januar.
