Moin!

Als ich Hamburg nur aus den Medien kannte, stand der Kiez für mich für Rotlicht und Kriminalität. Nach meinem ersten Besuch kamen Party und Alkohol zum Image hinzu. Als ich dann nach St. Pauli zog, lernte ich, dass sogar Uringeruch so was wie Heimatgefühle auslösen kann. Ich sah auch, wie sehr Verelendung und Obdachlosigkeit das Leben im Hafenviertel prägen. Und ich stellte fest, wie groß der Zusammenhalt unter den Kiezmenschen ist. Dass Solidarität hier keine Floskel ist, sondern oft praktisch gelebt wird.

Diesem Aspekt des Kiezlebens widmen wir uns in unserem aktuellen Schwerpunkt. Die Künstlerin und Stadtführerin Anna Genger spricht im Interview darüber, wie sich das Leben zwischen Hafenstraße und Sternschanze gewandelt hat. Unsere Reportage gibt Einblicke in das Leben von Obdachlosen auf St. Pauli – und zeigt, wie Menschen im Viertel ihnen helfen. Ihr Engagement geht so weit, dass sie ihnen Wohnungen verschaffen. So wie im „Regenbogenhaus“ an der Reeperbahn, das wir besucht haben.

Auch außerhalb St. Paulis finden Obdachlose in Hamburg manchmal Wohnungen – zum Glück! Seit einem Jahr auch regelhaft über das Prinzip „Housing First“. Wie gut das funktioniert und wo es noch Baustellen gibt, lesen Sie im Stadtgespräch. Außerdem haben wir das gemischte Fußballteam des VfL Hammonia besucht – Männern und Frauen erlaubt der Deutsche Fußballbund nämlich inzwischen das gemeinsame Kicken. Kunzt&Kult bringt Sie zurück nach St. Pauli: Dort beleuchten wir das „Musik-Treffen“, das Ende September parallel zum größeren Reeperbahnfestival stattfindet.

Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre!

Ihr Benjamin Buchholz


Stadtgespräch

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„Ich habe mich verändert, aber ich bin nett geblieben“: Hinz&Künztler Dirk. Foto: Mauricio Bustamante
„Ich habe mich verändert, aber ich bin nett geblieben“: Hinz&Künztler Dirk. Foto: Mauricio Bustamante

Trotz allem nett geblieben

Nach fünf Jahren auf der Straße lebt Dirk, 53, wieder in einer Wohnung. Sein Hinz&Kunzt-Verkaufsplatz ist an der U-Bahn-Station Feldstraße.