Für Haushalte mit geringen Einkommen sind Umzüge in Hamburg kaum noch möglich. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der Bauwirtschaft finanzierte Studie des Pestel Instituts.
Die monatliche Nettokaltmiete, die das Jobcenter für Hilfeempfänger:innen in Hamburg übernimmt, hat sich von März 2015 (7,22 Euro pro Quadratmeter) bis März 2026 mehr als verdoppelt und liegt jetzt bei 15,48 Euro pro Quadratmeter im Schnitt. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der Bauwirtschaft beauftragte neue Studie des Pestel Instituts. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum stiegen die sonstigen Verbraucherpreise um lediglich 32 Prozent an.
Weil mit Einführung der neuen Grundsicherung die Ämter die sogenannten Angemessenheitsgrenzen für Mieten noch enger auslegen als zuvor, kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass Hilfeempfänger:innen in Hamburg kaum noch umziehen können. Sie müssten Wohnraum mit monatlichen Quadratmeterpreisen von etwa 11 Euro finden, um nicht aus ihrem Regelsatz draufzahlen zu müssen. Angeboten würden aber fast nur noch deutlich teurere Wohnungen. So kam eine Hamburger Mietstudie im Mai zu dem Ergebnis, dass die durchschnittliche Nettokaltmiete bei Angebotsmieten inzwischen bei 15,88 Euro pro Quadratmeter in der Stadt liegt.
Die Lösung des Problems sieht die Bauwirtschaft wenig überraschend im Neubau. Dessen Bundesverband pocht jetzt auf finanzielle Unterstützung durch den Bund, geringere Baustandards und vereinfachte Genehmigungen. Nur so ließe sich das von den Studienmacher:innen errechnete Wohnungsdefizit von etwa 23.000 Wohnungen in Hamburg reduzieren. Auftraggeber der Studie war der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel.
Unterstützung erhält die Bauwirtschaft vom Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen, zu dem die Hamburger Genossenschaften und die Saga zählen. Ein Sprecher beklagte, dass die zuletzt bekannt gewordenen Kürzungen bei der Bundesförderung „für eine große Verunsicherung“ gesorgt hätten.
