Jährliche Spende am Todestag

In Erinnerung an eine Stammleserin

„Sie hatte ein gutes Auge für ganz normale Menschen“, sagt Christian Sterr über seine verstorbene Patentante. Foto: Miguel Ferraz
„Sie hatte ein gutes Auge für ganz normale Menschen“, sagt Christian Sterr über seine verstorbene Patentante. Foto: Miguel Ferraz
„Sie hatte ein gutes Auge für ganz normale Menschen“, sagt Christian Sterr über seine verstorbene Patentante. Foto: Miguel Ferraz

Jedes Jahr an ihrem Todestag spendet Christian Sterr für seine 2020 verstorbene Patentante an Hinz&Kunzt – weil sie Obdachlosigkeit zeitlebens nicht gut aushalten konnte.

An das Bild von den Tuaregs in der nordafrikanischen Wüste kann sich Christian Sterr noch gut erinnern. Es hing in der Wohnung von Ingrid Klerck in Wellingsbüttel und war selbst geschossen. „Meine Patentante war eine für ihre Zeit ungewöhnliche Frau“, erinnert sich Sterr. Damals in den 1950er-Jahren, als das öffentliche Frauenbild noch auf stille Anpassung und Familienglück ausgerichtet war, studierte die junge Ingrid in Braunschweig Pharmazie und wurde bald darauf Apothekerin. Das gab ihrem Leben Raum und Ressourcen für gleich zwei große Leidenschaften: Fernreisen wie etwa zu den Tuareg-Nomaden oder in den Jemen – und Fotografie.

Es waren wohl diese Neugier auf die Welt plus die dazugehörige Aufgeschlo...


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Autor:in
Jochen Harberg
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