Obdachlosigkeit und Verelendung sind auf St. Pauli allgegenwärtig. Aber viele Menschen auf dem Kiez helfen den Betroffenen – egal ob Anwohnerin, Wirt oder Polizist.
Die Nacht war kurz und hart. Nicht mal Pappe haben die drei Obdachlosen unter sich auf den Beton gelegt, als Kopfkissen mussten ihre Jacken dienen. Die Ecke unter dem Vordach eines Bekleidungsgeschäfts auf der Reeperbahn, in der sie geschlafen haben, bietet zumindest einen Hauch von Intimität. Nun sitzen Jenny, Thorsten und Kai-Uwe* an einem Montagmorgen im August nebeneinander an das Schaufenster gelehnt und rauchen die erste Zigarette des Tages. Dass sie auf dem Kiez sind, hat gute Gründe: „Hier sind viele Menschen, es gibt was zu essen und die meisten Leute sind freundlich“, sagt Jenny. „Manche setzen sich sogar zu uns und fragen: Wieso? Weshalb?“
Sie stamme aus einer süddeutschen Kleinstadt, erzählt die 37-Jährige, d...
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