Winternotprogramm : 245 Menschen in Unterkunft vermittelt

Zu der Protestaktion auf der Rönnhaidbrücke hatte das Hamburger Aktionsbündnis gegen Wohnungsnot aufgerufen. Foto: Jonas Füllner

Der Frühling startet mit einer Erfolgsmeldung. 245 Obdachlose müssen nach Ende des Winternotprogramms nicht zurück auf die Straße.

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In diesem Winter sollten der Übergang von den Notunterkünften des Winternotprogramms in eine öffentlich-rechtliche Unterkunft deutlich mehr als 100 Obdachlosen gelingen, hatte Sozialsenatorin Melanie Leonhard im Oktober gegenüber Hinz&Kunzt angekündigt. Dieses Ziel hat die Behörde erreicht. 162 Obdachlose erhielten nach Angaben der Behörde in den vergangenen sechs Monaten einen Platz in einer Wohnunterkunft. Weitere 83 Obdachlose werden am Samstag einen Bettenwechsel vollziehen und zunächst im Pik As untergebracht. Sie sollen in eine Wohnunterkunft umziehen, sobald dort ein Platz frei wird.

„Die Mitarbeiter bei fördern und wohnen sind hoch motiviert und haben hart daran gearbeitet, die Obdachlosen zu vermitteln“, sagt Sozialbehördensprecher Marcel Schweitzer. „Jetzt geht es darum, die Menschen weiter zu stabilisieren und Perspektiven für sie zu erarbeiten.“ Noch vor einem Jahr hatte die Sozialbehörde nach Ende des Winternotprogramms einräumen müssen, dass gerade einmal 135 Obdachlose in eine feste Bleibe vermittelt wurden. Damals nutzten durchschnittlich 848 Menschen täglich die Einrichtungen.

Winternotprogramm endet am 1. April

Am Samstag endet das Winternotprogramm, mit dem die Stadt bis zu 940 Obdachlosen in der kalten Jahreszeit einen Erfrierungsschutz und Betten in den Nächten anbietet. Zuletzt fanden dort mehr als 800 Menschen jede Nacht Schutz. Trotz der Vermittlungserfolge werden somit Hunderte zurück auf die Straße geschickt.

Etwa 30 Mitarbeiter aus der Wohnungslosenhilfe beteiligten sich an der Aktion. Foto: Aktionsbündnis gegen Wohnungsnot

„Niemand soll auf der Straße schlafen. Wir brauchen für alle Obdachlosen eine Unterkunft“, kritisiert Bettina Reuter vom Aktionsbündnis gegen Wohnungsnot. Der Zusammenschluss von Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe hatte Donnerstag früh vor der Sozialbehörde protestiert. Während der Aktion kritisierten Sozialarbeiter, dass in diesem Winter erstmals hilfsbedürftige Menschen aus Osteuropa an der Tür abgewiesen wurden, die in der Heimat noch eine Wohnung haben und diese zur Rückkehr aufgefordert. Auch für sie sollten im kommenden Winter wieder Betten in den Notunterkünften bereit stehen.

Über den Autor
Jonas Füllner
Studium der Germanistik und Sozialwissenschaft an der Universität Hamburg. Seit 2013 bei Hinz&Kunzt - erst als Volontär und inzwischen als angestellter Redakteur.

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