Behörde verschärft Regeln für Winternotprogramm
Eine verpflichtende Identitätsprüfung im Hamburger Erfrierungsschutz für Obdachlose könnte Hilfsbedürftige abschrecken, befürchten Hinz&Kunzt und die Diakonie.
Eine verpflichtende Identitätsprüfung im Hamburger Erfrierungsschutz für Obdachlose könnte Hilfsbedürftige abschrecken, befürchten Hinz&Kunzt und die Diakonie.
Ab November will die Stadt in einem ehemaligen Hotel in Billbrook wieder bis zu 300 Obdachlose unterbringen. In der Nachbarschaft regt sich Unmut gegen die Großunterkunft. Das will die Behörde „sehr ernst“ nehmen.
Fast 5000 Beratungsgespräche wurden vergangenen Winter in den Notunterkünften der Stadt geführt. Nur 101 Obdachlose erhielten anschließend einen dauerhaften Schlafplatz.
Jedes Jahr im Frühling schließen die Winternotunterkünfte der Stadt, jedes Jahr müssen sich Hunderte Obdachlose dann einen neuen Schlafplatz suchen. Einer von ihnen ist Jacek.
Am Mittwoch ist das Hamburger Winternotprogramm für Obdachlose zu Ende gegangen. Hinz&Kunzt hat sich am Morgen vor der größten Notunterkunft umgehört.
Etwa 500 Obdachlose schickt die Stadt Hamburg mit Ende des Winternotprogramms zurück auf die Straße. Mit einem Protestcamp will eine politische Initiative in den kommenden Tagen mehr Hilfsangebote für die Betroffenen einfordern.
Trotz der vielen gestorbenen Obdachlosen macht der Hamburger Senat weiter wie bisher. So darf es nicht bleiben, meint Hinz&Kunzt-Redakteur Ulrich Jonas.
Erneut ist in Hamburg ein Mensch auf der Straße gestorben. Damit sind allein im Januar mindestens sechs Obdachlose im öffentlichen Raum zu Tode gekommen. Zählt man die Todesfälle in Krankenhäusern und Notunterkünften hinzu, steigt die Zahl auf 18.
Bis einschließlich 9. Februar dürfen Obdachlose auch tagsüber in den Notunterkünften der Stadt bleiben. Eine generelle 24-Stunden-Öffnung lehnt der Senat aber weiterhin ab, so Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer (SPD) im Sozialausschuss der Bürgerschaft.
Trotz Schnee, Eis und Minusgraden bleibt das Hamburger Winternotprogramm für obdachlose Menschen tagsüber geschlossen. Die Diakonie fordert ein Umdenken.