St. Pauli, deine Paulianer/Teil 2

Zum 100. Geburtstag des FC St. Pauli stellen wir ab heute 100 Paulianer vor, denn: den Mythos machen die Menschen!

Ohne sie wäre der Kiez-Klub ein Verein wie jeder andere. Vom schwulen Präsidenten bis zur Putzfrau, vom Papst bis zum Punk – es sind die Legenden und schrägen Vögel, die den Mythos leben. 100 Jahre St. Pauli – 100 St. Paulianer im Mini-Porträt

Teil 2: Vom heiligen Vater bis zum vielleicht besten Trainer ever

Papst Johannes Paul (1920-2005): Der Segen seiner Heiligkeit hing im alten und im neuen Clubheim hinterm Tresen (nun allerdings nur im Hinterzimmer). Zum einen weil Sankt Pauli einen Heiligen im Namen führt, zum anderen weil der verstorbene Papst in seiner Jugend selbst Torhüter war.

Franz Gerber (56): Eine Kobra und eine grüne Viper bescherten „Schlangen-Franz“ 1973 den Spitznamen. Der Torjäger reiste mit den Tieren nach einer Bangkok-Reise im Handgepäck zurück. Zum Entsetzen seines Sitznachbarn! Franzl blieb 30 Jahre am Millerntor – als Spieler, Sportdirektor, Trainer.

Walter Frosch (59): Kettenraucher, Lebemann, einer der Minuten vorm Auflaufen noch am Tresen stand. Spitzname Eisen-Fuß. Der Schornsteinfeger sammelte so viele gelbe Karten, dass der DFB in den 70ern die Regel einführte: Wer mehr als vier (heute fünf) anhäuft, wird gesperrt.

Felix Luz (28): Er schoss das zweite „Tor des Monats“ in der Vereinsgeschichte, ansonsten glänzte der „Sonntagsspieler“ im Alltag nicht beständig.

Jesuino Amado-Sousa: Der Co-Zeugwart war 30 Jahre lang das sympathische Pendant zu Brummbär Claus Bubke. Der gelernte Krankenpfleger kam 1970 als Gastarbeiter, die 2.A-Jugend – eine rein portugiesische Mannschaft, dann stieg er zum Zeugwart auf.

Buttje Rosenfeld (52): Schon als Junge wollte er zu St. Pauli. Und übte und übte Ball-Jonglieren. 11111-mal den Ball hochhalten soll sein Rekord sein. Im Pauli-Kader war er ab 1975. Seit 1985 ist der Journalist bei der Mopo DIE Instanz in Sachen FC St. Pauli.

Bernd Hollerbach (41): Ho-Ho-Hollerbach sammelte in 15 Profi-Jahren 136 gelbe Karten.

Rüdiger Wenzel (52): Das haben nicht viele Paulianer geschafft: „Sunny“ schoss 1989 ein noch heute legendäres „Tor des Monats“ – im Nord-Derby gegen den HSV.

Holger Stanislawski (41): Für viele ist er der beste Pauli-Trainer ever. Und ebenso viele fürchten, dass den Ex-Pauli-Kapitän bald ein so lukratives Angebot aus der Erst-Liga lockt, dass Stani dem Millerntor den Rücken kehrt. Bloß nicht dran denken…!

André Trulsen (44): „Stani und Truller“ – das Trainer-Duo überhaupt. Beide wollen ganz oben. Immerhin spielte Trulsen früher als Stamm-Spieler 177 mal im Oberhaus – Vereinsrekord.

Teil 1: Vom Top-Talent bis zum Aufstiegs-Trainer

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