In den ersten sechs Monaten dieses Jahres haben bereits 484 Hamburger Haushalte ihre Wohnung infolge einer Zwangsräumung verlassen müssen. Hält der Trend an, werden 2026 wie in den Vorjahren rund 1000 Haushalte ihre Wohnung verlieren.
Die Zahl der Zwangsräumungen in Hamburg bewegt sich weiter auf hohem Niveau: 484 Haushalte haben in der ersten Hälfte dieses Jahres infolge einer Zwangsräumung ihre Wohnung verloren, teilte die Gerichtspressestelle auf Hinz&Kunzt-Nachfrage mit (neuere Daten liegen nicht vor, Red.). Damit liegt die Zahl etwas unter dem Niveau des Vorjahres, als die Gerichte im ersten Halbjahr 516 Zwangsräumungen von Wohnungen zählten.
Die Folgen eines Wohnungsverlusts sind oft gravierend: Laut einer Studie im Auftrag des Senats sind Zwangsräumungen und Kündigungen des Mietverhältnisses der häufigste Grund, warum Menschen in Hamburg auf der Straße landen.
Jede:r vierte Befragte erklärte so seine Obdachlosigkeit. Ein weiteres Viertel gab an, seine Wohnmöglichkeit bei Bekannten verloren oder aufgegeben zu haben, hatte also offenbar schon länger keine eigene Wohnung mehr.
Gut jede vierte Zwangsräumung (139 im ersten Halbjahr) in Hamburg geht auf das Konto der städtischen Saga. Die unternehme „grundsätzlich große Anstrengungen, um ihre Mieterinnen und Mieter zu halten“, erklärte ein Sprecher auf Nachfrage.
Der Einleitung eines Räumungsverfahrens gingen in der Regel mehrere schriftliche Aufforderungen sowie Abmahnungen und persönliche Gespräche über einen längeren Zeitraum voraus. „Eine Räumung findet nur statt, wenn die vorausgegangenen Schritte der Saga nicht zu einer Änderung im Verhalten der Mieter führen.“
