Stresemannstraße

Obdachlosen-Hilfseinrichtung in Altona vor dem Aus

In der Stresemannstraße 150 befindet sich eine Tagesaufenthaltsstätte für Obdachlose in Altona. Foto: JOF

Knapp sieben Jahre nach ihrer Eröffnung soll die Hilfseinrichtung für Obdachlose in der Stresemannstraße 150 am S-Bahnhof Holstenstraße schließen. Der Betreiber befürchtet eine „Versorgungslücke“.

Die einst als Treffpunkt für die Trinkerszene am S-Bahnhof Holstenstraße eröffnete Einrichtung ist heute vor allem für Crack-Konsumierende ein beliebter Anlaufpunkt. Diese Entwicklung setzte vor drei Jahren ein, als die Polizei ihre Kontrollen rund um den Hauptbahnhof und den dortigen Drogenkonsumraum Drob Inn verstärkte und selbst das Bezirksamt Altona im Frühjahr 2024 von einer „Verdrängung der Szene“ Richtung Bahnhof Holstenstraße sprach.

Trotzdem will die Sozialbehörde den Tagestreff in der Stresemannstraße 150 nun schließen. In der vom städtischen Unternehmen Fördern & Wohnen und der Suchthilfeeinrichtung Palette betriebenen Einrichtung sei ein niedrigschwelliges Hilfsangebot „nicht zu schaffen“, teilt die Sozialbehörde gegenüber Hinz&Kunzt mit. Bereits vor zwei Jahren hatte die Behörde erklärt, dass die Besucher:innenzahl der Einrichtung „die Kapazitäten übersteige“.

Künftig sollen die Besucher:innen „an die spezialisierten Suchthilfeangebote Stay Alive und Drob Inn herangeführt werden“, so die Behörde. Darüber hinaus biete die im März 2026 eröffnete und bislang wenig ausgelastete Tagesaufenthaltsstätte für 100 Menschen Aufenthalt, Beratung und Unterstützung.

Ob es gelingt, die Suchtkranken in andere Hilfsangebote zu vermitteln, bezweifelt „Palette”-Geschäftsführerin Mandy Dombeck-Herrmann. Sie befürchtet eine „Versorgungslücke“: Etwa die Hälfte der Besucher:innen seien bislang bei keiner anderen Hilfseinrichtung angebunden. Sie hofft deswegen auf ein Einlenken der politisch Verantwortlichen und will in Gesprächen mit dem Bezirk erreichen, dass dieser die nötigen finanziellen Mittel für den weiteren Betrieb bereitstellt.

Artikel aus der Ausgabe:
Hinz&Kunzt-Titelseite zeigt eine stark geschminkte Frau mit einem Klitzerkugel-Helm und bunten Federn darauf.

Solidarität auf dem Kiez

Obdachlosigkeit und Verelendung sind auf St. Pauli allgegenwärtig. Wie sich die Menschen auf dem Kiez gegenseitig helfen. Und: Wie Schüler:innen Social-Media-Konsum zu Kunst machen. Außerdem haben wir ein Team des VfL Hammonia besucht, das Geschlechtergrenzen überwindet.

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Autor:in
Jonas Fabricius-Füllner
Jonas Fabricius-Füllner

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