Leerstand am Schulterblatt : Erneuter Wirbel um das „Geisterhaus“

Bereits seit 2010 ist dem Bezirksamt Altona der Leerstand in der Juliusstraße 40 bekannt. Foto: Jonas Füllner

Etwa zehn Jahre stand ein Wohnhaus mitten im Schanzenviertel leer. Suchen die Eigentümer von Hamburg`s wohl bekanntestem Leerstand jetzt endlich nach neuen Bewohnern?

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Kommt tatsächlich Bewegung in den Leerstand am Schulterblatt neben der Roten Flora? Seit etwa 2008 steht der Gründerzeitnachbau leer. Bereits im Juli 2010 hatte Rechtsanwalt Marc Meyer von Mieter helfen Mietern den Leerstand dem Bezirk gemeldet. Auf Grundlage des Wohnraumschutzgesetzes wollte der Mieterverein erreichen, dass die Wohnungen wieder dem Wohnungsmarkt zugeführt werden.

Doch dem Bezirk Altona waren nach Angaben von Sprecher Martin Roehl die Hände gebunden. Schließlich sei das Gebäude baurechtlich nicht endgültig fertiggestellt: „Daher gilt das Haus als Baustelle und nicht als Leerstand.“ Genau diese Fertigstellungsbescheinigung liegt jetzt allerdings seit September vor.

Der Bezirk wird trotzdem nicht aktiv, teilt Sprecher Roehl auf Hinz&Kunzt-Nachfrage mit. Es sei nicht möglich, eine Zwangsvermietung anzuordnen. Denn eine Wohnung im „Geisterhaus“ in der Juliusstraße 40 wird aktuell über ein Immobilienportal zur Vermietung angeboten. Für den Bezirk sieht es so aus, als sei die Erbengemeinschaft des ehemaligen Eigentümers Ernst-August Landschulze tatsächlich an einer Vermietung interessiert.

Leerstands-Adventskalender
7. Dezember: Juliusstraße 40
An ihm haben sich im Schanzenviertel schon viele die Zähne ausgebissen: Ernst-August Landschulze ist Hamburgs berühmtester Leerstehenlasser.

Die Eigentümerfamilie hat im Schanzenviertel allerdings einen schlechten Ruf. Wohnhäuser ließ man jahrelang leer stehen und traditionelle Bars und Restaurants wie Elia e Max, BP1 und Bedford erhielten für die Betreiber überraschend Kündigungen.

Misstrauisch macht zudem: Die jetzt zur Vermietung stehende Wohnung wurde bereits vor drei Jahren für einige Wochen inseriert. Zu exakt dem selben Nettokaltpreis von 14,96 Euro pro Quadratmeter. Ob sich kein Mieter fand oder die Eigentümer kein Interesse an einer Vermietung hatten, darüber lässt sich nur spekulieren.

Die rechtliche Grundlage aber hat sich geändert. Da jetzt eine Fertigstellungsbescheinigung vorliege, würde man das Objekt im Auge behalten, verspricht Bezirkssprecher Roehl. Sollte sich erneut nichts verändern, würden die Wohnraumschützer des Bezirks erneut tätig werden und möglicherweise gegen den Leerstand vorgehen können.

 

 

Über den Autor
Jonas Füllner
Studium der Germanistik und Sozialwissenschaft an der Universität Hamburg. Seit 2013 bei Hinz&Kunzt - erst als Volontär und inzwischen als angestellter Redakteur.

2 Kommentare zu “Erneuter Wirbel um das „Geisterhaus“

  1. Da kann man mal sehen, oder auch nicht sehen, was da los ist !! Ich bin der Meinung, das dort auch keiner mehr wohnen kann, oder wird dort geheizt ?? War da überhaupt mal eine im Haus, weiß jemand wie es da drinn aus sieht ?? Ich glaube nicht. Jeder der mal auf dem Bau gearbeitet hat, der weiß wie so ein Haus aus sieht, was so lange leer stand.
    Weiter hin kommt noch hin zu, wer möchte denn in so ein Haus noch leben oder wohnen ??
    Das wüßten wir zu gern, wo mit wird denn hier noch spekuliert, mit der alten Substanz, die dort noch steht ??
    Manche sehen das doch gar nicht mehr, weil sie wissen, das dort keiner mehr wohnt, und dann für den Preis. Ist das denn billig, oder ist das schon teuer, für diese leer stehende Bausubstanz.
    Es ist echt schade, sehr schade, das hier einigen die Hände gebunden sind.

    E. Heeder HINZ&KUNZT VERKÄUFER

  2. Es handelt sich bei dem Haus in der Juliusstraße 40 nicht um einen verfallenen Altbau, sondern um einen Neubau. Die Fotos in der Wohnungsanzeige deuten nicht auf Schäden hin. Vielmehr sind die Wohnungen komplett bezugsfertig.

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