Leerstands-Adventskalender : 7. Dezember: Juliusstraße 40

An ihm haben sich im Schanzenviertel schon viele die Zähne ausgebissen: Ernst-August Landschulze ist Hamburgs berühmtester Leerstehenlasser.

Juliusstrasse40
Im Obergeschoss der Juliusstraße 40 brennt sogar ein Licht. Doch vermietet wurde die Wohnungen bislang nicht.

Gleich mehrere teilweise seit Jahren ungenutzte Wohnungen und Häuser rund um das Schulterblatt gehören ihm. Darüber hinaus lässt der Immobilienbesitzer zahlreiche Gewerbeflächen leer stehen. Schlagzeilen machte Landschulze bereits vor fünf Jahren mit dem sogenannten Geisterhaus an der Ecke Juliusstraße/Schulterblatt.

Nur eine Wohnung in dem Gründerzeitnachbau ist vermietet. Der Rest steht leer. Mieteranwalt Marc Meyer zeigte den Leerstand 2010 beim Bezirk an. Vorübergehend besetzten 2011 einige Stadtteilaktivisten das Gebäude. Verändert hat sich nichts. Die Politik ist augenscheinlich machtlos. Denn Bußgelder können die Bezirke nur verhängen, wenn der Eigentümer tatsächlich untätig ist. Es seien allerdings stets fristgemäße Bauarbeiten durch den Eigentümer nachgewiesen worden, heißt es aus dem Bezirk. „Daher gilt das Haus als Baustelle und nicht als Leerstand.“

Vergangenen Sommer deutete sich kurz eine Wendung an: Eine Wohnung des „Geisterhauses“ wurde von einer Maklerfirma im Internet angeboten. Aber keiner der Bewerber erhielt sie. Ein Redakteur der „Mopo“, der sich als Mietinteressent ausgegeben hatte, resümierte: „ Dem ist es total egal, ob eine Wohnung gerade Miete einbringt oder ob sie leer steht. Der hat so viel Geld, dass ihn das nicht kümmern muss.“

Text und Foto: Jonas Füllner

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