Hilfe für Obdachlose : Diese Politiker unterstützen den Kältebus

Redakteur Benjamin Laufer ist eine Nacht mit dem Berliner Kältebus unterwegs gewesen. Der Bus bringt hilfsbedürftige Obdachlose in Unterkünfte. Nun soll auch in Hamburg ein Kältebus kommen. Foto: Mauricio Bustamante.

Ein Kältebus könnte auch in Hamburg Leben von Obdachlosen retten, die den Weg in die Notunterkünfte alleine nicht schaffen: Diese Idee von Hinz&Kunzt unterstützen nun auch Politiker von SPD, Grünen, Linken und CDU. 

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So viel Einigkeit ist in der Eimsbütteler Bezirksversammlung selten: Am Donnerstagabend stimmten im Grindelhochhaus SPD, Grüne, CDU und Linke einstimmig für den Antrag „Soforthilfe für Obdachlose“. Die Leiterin der Bezirksversammlung ist damit aufgefordert, sich „unverzüglich“ für Hilfsmaßnahmen für Obdachlose einzusetzen – „um weitere Tote zu verhindern“, wie es im Antrag von SPD, Grünen und Linken heißt. Hintergrund: Innerhalb von nur einem Monat waren in Hamburg vier Obdachlose auf der Straße gestorben.

Unter anderem sollen nun mit fachlichen Trägern Gespräche über die Einführung eines Kältebusses geführt werden, fordern die Parlamentarier: „Dieser soll von Bürgern und Bürgerinnen angerufen werden können, wenn sie nachts draußen in der Kälte Obdachlose sehen, die Hilfe brauchen. Seine Aufgabe soll sein, die Menschen entweder in eine Unterkunft zu bringen oder Überlebenshilfe vor Ort zu leisten.“

Einen solchen Kältebus hatte Hinz&Kunzt ins Gespräch gebracht. Unterstützung für diese Idee kommt auch aus der Bürgerschaft: „Es ist höchste Zeit zu handeln und die Forderung der Obdachlosenhilfe nach einem Kältebus, wie es ihn in Berlin gibt, und der ganztägigen Öffnung des Winternotprogramms zu erfüllen“, sagte Cansu Özdemir, Fraktionsvorsitzende der Linksfraktion. „Das könnte Leben retten.“

Kritik am Winternotprogramm

Die Bezirksversammlung Eimsbüttel spricht sich außerdem dafür aus, die Öffnung des Winternotprogramms von den Witterungsbedingungen abhängig zu machen und die Notunterkünfte nicht wie bislang erst zum 1. November zu öffnen. Außerdem fordern sie, die Öffnungszeiten des Einrichtungen auszuweiten – und zwar so, dass sie auf die Öffnungszeiten der Tagesaufenthaltsstätten für Obdachlose abgestimmt sind. Bislang sind die Notunterkünfte des Winternotprogramms nur von 17 bis 9.30 Uhr geöffnet – viele Tagesaufenthaltsstätten öffnen aber erst später.

Auch die Diakonie hatte gefordert, das Winternotprogramm müsse „einladender werden und wieder für alle nutzbar sein“. Wie auch Hinz&Kunzt plädiert die Diakonie für eine ganztägige Öffnung des Winternotprogramms für alle Obdachlosen.

Über den Autor
Benjamin Laufer
Benjamin Laufer
Schreiben, was schief läuft, damit es sich ändert: Benjamin Laufer arbeitet als Journalist in Hamburg hauptsächlich zu Sozial- und Innenpolitik.

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