Randnotizen vom 10.7.2026
Sind Hamburgs Bunker barrierefrei?

Die Waschbecken im Sanitärraum sind außer Betrieb. Die grünen Aggregate, Teil der Belüftungsanlage, funktionieren noch. Foto: Dmitrij Leltschuk

Über Inklusion im Katastrophenschutz, einen Messerangriff auf Obdachlose und Hamburgs Rolle beim Versuch, Vergesellschaftungen von Wohnungen zu verhindern.

Bei der Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 starben auch 13 Menschen mit Behinderungen, die sich nicht aus ihrem Wohnheim retten konnten. Wussten Sie das? In meinem Gedächtnis war für diese Information ehrlicherweise kein Platz. Dabei hat dieses tragische Ereignis einiges angestoßen: Plötzlich wurde offenbar, dass im deutschen Katastrophenschutz Barrierefreiheit und Inklusion meistens nicht mitgedacht werden und die Bedürfnisse von behinderten Menschen bei Rettungskonzepten oft unter den Tisch fallen.

Das Thema Katastrophenschutz erlebt dieser Tage eine Renaissance. Bund und Länder entwickeln gerade eine „nationale Schutzraumstrategie“ und in der Hamburger Innenbehörde arbeiten 45 Menschen in der „Abteilung für Krisenbewältigung und Bevölkerungsschutz“ an neuen Konzepten. Denken Sie dabei auch an Behinderte? Und wer rettet eigentlich Obdachlose? Antworten finden Sie in meinem Text in der aktuellen Ausgabe. So viel vorab: Wie viele der Hamburger Bunker barrierefrei sind, weiß das zuständige Amt nicht.

Rette sich – wer es schafft
Inklusiver Katastrophenschutz
Rette sich – wer es schafft
Inklusion war im Bevölkerungsschutz lange zweitrangig – bis eine Tragödie die Leerstelle aufzeigte. Endlich arbeitet auch Hamburg an neuen Konzepten.

Als ich heute morgen auf dem Weg in die Redaktion war, rasten plötzlich zahlreiche Einsatzwagen von Polizei und Feuerwehr an mir vorbei. Sie fuhren zur Alimaus, einer Einrichtung für Obdachlose am Nobistor. Als ich dort ankam, berichtete mir ein aufgeregter Mann sogleich, was passiert war: Ein Unbekannter hatte mit einem Messer auf zwei Menschen eingestochen. Die Polizei betätigte das anschließend – und gab zum Glück Entwarnung: Keines der Opfer schwebt in Lebensgefahr.

Ansonsten beschäftigen wir uns in den Nachrichten der Woche mit dem Plan der Bundesregierung, den Bundesländern die Vergesellschaftung von Wohnraum unmöglich zu machen. In dieser Woche kam heraus, dass Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) dabei eine zentrale Rolle zukommt. Die Sozialbehörde hat mit einer Impf-Aktion versucht, Wohnungslose und Drogennutzende vor dem für sie gefährlichen Hib-Bakterium zu schützen. Fünf Menschen sind daran bereits gestorben. Außerdem hat die Saga versprochen, in diesem Jahr 1000 neue Wohnungen fertigzustellen.

Kommen Sie gut durchs Wochenende!

Hinz&Kunzt Randnotizen

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Autor:in
Benjamin Buchholz
Benjamin Buchholz
Seit 2012 bei Hinz&Kunzt. Redakteur und CvD für das Onlinemagazin.