Kurzfristig solle der Senat das öffentliche Trinkwasserangebot in Hamburg deutlich ausweiten, beschloss die Bürgerschaft im Sommer 2025. Bis heute ist kein Brunnen hinzugekommen.
Der Auftrag der Bürgerschaft war klar: „Kurzfristig“ sollte der Senat neue Trinkwasserbrunnen in Hamburg aufstellen, „um das öffentliche Trinkwasserangebot deutlich auszuweiten“. Außerdem sollte er ein Konzept zur Versorgung mit öffentlichen Trinkwasserbrunnen im gesamten Stadtgebiet vorlegen und der Bürgerschaft bis zum 1. Juli 2026 die Ergebnisse vorlegen. Die Abgeordneten beschlossen den Antrag von SPD und Grünen im August 2025 – sogar einstimmig.
Aber seither ist kein einziger Trinkwasserbrunnen hinzugekommen, bestätigt ein Sprecher der zuständigen Umweltbehörde, nach wie vor sind es in der ganzen Stadt nur 56. Ein weiteres Problem thematisiert der Sozialverband Deutschland: Die Trinkwasserbrunnen sind ungleich in der Stadt verteilt und versorgen vor allem touristische Hotspots.
„Der Zugang zu kostenlosem Trinkwasser im öffentlichen Raum ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit.“– SPD und Grüne
Laut Umweltbehörde soll sich ihre Verfügbarkeit „in Hamburg perspektivisch deutlich verbessern“. Dazu liefen Gespräche mit allen beteiligten Akteuren, erklärt ihr Sprecher. Demnach will die Behörde den Aufbau der Wasserspender baulich vereinfachen, um ihre Zahl in Zukunft „wahrnehmbar erhöhen zu können“.
In der aktuellen Hitzewelle ist damit allerdings niemandem geholfen – dabei wäre das bitter nötig. „Insbesondere für obdachlose Menschen sowie andere von Hitze besonders betroffene Bevölkerungsgruppen stellt der kostenlose Zugang zu Trinkwasser eine essenzielle gesundheitliche Schutzmaßnahme dar“, schrieben die Abgeordneten im vergangenen Sommer in ihren Antrag. „Der Zugang zu kostenlosem Trinkwasser im öffentlichen Raum ist nicht nur eine Frage der Gesundheitsvorsorge, sondern auch der sozialen Gerechtigkeit.“
Wann die „flächendeckende Versorgung von Trinkwasserbrunnen in der gesamten Stadt“ Realität wird, den die Bürgerschaft gefordert hat, ist unklar. Immerhin erwartet die Umweltbehörde erste Ergebnisse „noch im Sommer“.
