Erneut ist ein Obdachloser in Hamburg gestorben. Der 47-Jährige wurde am Montag in einer Kleingartensiedlung in Billwerder leblos aufgefunden.
Nach Angaben der Polizei entdeckten andere Wohnungslose den leblosen Körper des Obdachlosen am Montagmittag vor einer leer stehenden Gartenlaube in einem Kleingartenverein in Billwerder. Sie trugen den 47-Jährigen Richtung S-Bahnhof Mittlerer Landweg, wo Passantinnen und Passanten Erste-Hilfe-Maßnahmen einleiteten und einen Rettungswagen riefen. Doch die Reanimationsmaßnahmen blieben erfolglos. Laut Polizei gibt es keine Hinweise auf ein Fremdverschulden.
In diesem Jahr sind damit mindestens sieben Obdachlose auf Hamburgs Straßen gestorben. Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer (SPD) hat angekündigt, dass die Erfassung der Toten reformiert wird. Ziel sei ein „standardisiertes Berichtswesen“, das quartalsweise Todesfälle im öffentlichen Raum abbilde. Zuletzt hatte die Polizei auf Nachfragen Zahlen herausgegeben, die teils deutlich größer waren als die des Senats.
Schlotzhauer bestätigte gegenüber Hinz&Kunzt, dass Obdachlose, die in Krankenhäuser eingeliefert werden und dort sterben, künftig nicht mitgezählt werden sollen. Grund dafür sei, dass Krankenhäuser nicht immer die Wohnsituation von Patient:innen abfragen würden und dazu auch nicht verpflichtet werden sollen. Dieser Aufwand sei den Krankenhäusern nicht zuzumuten.

