Dating für Arme

Mein Haus, mein Auto, mein Boot

Liebe fängt heute oft auf dem Smartphone an. Foto: BBU

Dating-Apps funktionieren meist kostenlos und sind offen für alle. Spielt Geld deshalb keine Rolle für das Online-Dating? Ganz so einfach ist es nicht.

In den Fünfzigerjahren, als es noch kein Internet, aber durchaus viele datinginteressierte Menschen gab, etablierte sich in den USA eine erste Partnervermittlung mit Lochkarten: Es gab blaue Kärtchen für Männer, rosa Kärtchen für Frauen. Die Kund:innen dieses Lochkartendatings waren in der Regel weiß, protestantisch und verdienten überdurchschnittlich viel Geld. Der Historiker Michael Homberg beschreibt in seinem Buch „Computerliebe“, wie die Partnervermittlung damals ablief, dass Männer eine Liste mit Namen und Telefonnummern möglicher Partnerinnen zugewiesen bekamen, Frauen jedoch nur benachrichtigt wurden, dass sie „in nächster Zeit, werktags zwischen 19 und 21 Uhr, die Anrufe möglicher Partner zu erwarten hätten“. Die Agenturen rieten, der Mann solle den ersten Schritt machen – es allerdings der Frau überlassen, Gefühle anzusprechen. Es war ein exklusiver Dating-Markt, für gleichgeschlechtliche, weiße Gutverdiener:innen.

Für die Matchmaker von damals dürfte heute großes Chaos herrschen, denn...


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Artikel aus der Ausgabe:
Ein quietschbuntes Titelbild mit einem Herz. Titelzeile: "Dating für Arme"

Dating für Arme

Alle daten heutzutage mit Apps – was bedeutet das für Menschen mit wenig Geld? Dating-Apps sind „ein fucking Business-Case“, warnt die Sozialpsychologin Johanna Degen im Interview. Außerdem: ein Treffen mit Schlagerstar Kerstin Ott und die spannende Suche nach den Autor:innen eines gefälschten Umberto-Eco-Buchs.

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Autor:in
Anna-Elisa Jakob
Anna-Elisa Jakob
Ist 1997 geboren, hat Politikwissenschaften in München studiert und ist für den Master in Internationaler Kriminologie nach Hamburg gezogen. Schreibt für Hinz&Kunzt seit 2021.

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