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*** Presseinformation *** Trotz Winternotprogramm: Obdachlose finden keinen Schlafplatz

30. November 2010 | Von | Kategorie: Pressemitteilungen, Pressemitteilungen&Berichte

01HK204_Titel_05.inddHamburg, November 2010. Unsere Befürchtungen haben sich bestätigt: Der Winter hat gerade erst begonnen, und trotz des Winternotprogramms müssen schon wieder Obdachlose auf der Straße schlafen. Wie Hinz&Kunzt erfuhr, nimmt die Notunterkunft Sportallee bereits jetzt wegen Überfüllung niemanden mehr auf. Auch in der Notunterkunft Pik As wird es eng.

„Die Lage ist dramatisch“, sagte Nikolas Borchert von der Tagesaufenthaltsstätte Bundesstraße, der für die Verteilung der 92 Schlafplätze in Wohncontainern zuständig ist. Auch Borchert hat nur noch einen einzigen Platz anzubieten, der für Frauen reserviert ist. „An meinem Schreibtisch sitzen weinende Menschen, die Angst vor dem Erfrieren haben“, sagte er. „Sie sind teilweise in einem desolaten Zustand, und ich muss sie trotzdem wegschicken.“

Eine Sprecherin der Sozialbehörde sagte Hinz&Kunzt auf Nachfrage, einige Plätze im Pik As seien noch frei. Bei weiterem Bedarf könnten dort außerdem mehr Betten in die einzelnen Zimmer gestellt werden.

Stephan Karrenbauer, Sozialarbeiter von Hinz&Kunzt, sagte dazu: „Das ganze Jahr über haben wir davor gewarnt, dass wegen der Wohnungsnot in diesem Winter mehr Menschen auf der Straße sein würden als sonst. Der Sozialbehörde fällt nichts ein, als weitere Betten im Pik As aufzustellen. Das wird viele Obdachlose aber abschrecken, weil solche überfüllten Zimmer unzumutbar sind. Unter diesen Umständen ist zu befürchten, dass bald die ersten Menschen auf Hamburgs Straßen erfrieren.“

Zum Hintergrund:

Der Hamburger Senat stellt im Rahmen seines Winternotprogrammes 200 zusätzliche Schlafplätze zur Verfügung, davon 100 in der Sportallee, 92 in Wohncontainern und 17 zusätzliche Plätze im Pik As. Da über 1000 Menschen in Hamburg auf der Straße leben und die Lage auf dem Wohnungsmarkt sehr angespannt ist, hat Hinz&Kunzt schon im Sommer darauf hingewiesen, dass 200 zusätzliche Plätze für den Winter nicht reichen würden.

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