Ahrensburg : Wohnungslose bei Feuer in Unterkunft verletzt

Die Feuerwehr hatte Schwierigkeiten, den Brand zu löschen, weswegen das Gebäude abgerissen wurde. Foto: Peter Wüst/rtn

Bei einem Feuer in einer Unterkunft für Wohnungslose und Flüchtlinge sind am Sonntag in Ahrensburg bei Hamburg zwei ehemalige Obdachlose verletzt worden. Die Brandursache ist noch unklar.

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Großeinsatz in einer Unterkunft für Wohnungslose und Flüchtlinge in Ahrensburg östlich von Hamburg: Bei einem Feuer sind dort am Sonntag zwei ehemalige Obdachlose verletzt worden. Einer der Männer zog sich nach Hinz&Kunzt-Informationen eine Verletzung am Fuß zu, der andere wurde mit Verdacht auf Rauchvergiftung in einem Krankenhaus behandelt. Weitere Verletzte gab es glücklicherweise nicht.

Das Feuer war am frühen Sonntagmorgen im Eingangsbereich des Bungalows ausgebrochen, aus Sicherheitsgründen wurde das Gebäude letztlich vom THW abgerissen. Alle Bewohner konnten sich nach Darstellung von Polizei und Staatsanwaltschaft selbstständig ins Freie retten.

In den zwei betroffenen Drei-Zimmer-Wohnungen war nach Angaben der Stadt eine WG mit drei ehemaligen Obdachlosen und eine fünfköpfige geflüchtete Familie untergebracht. Insgesamt hat die Stadt auf dem Gelände 83 Wohnungslose und Geflüchtete wie in Ahrensburg üblich gemeinsam untergebracht. Die Einrichtung an der Straße Reeshoop ist die größte ihrer Art in Ahrensburg.

Unklar ist bislang noch, wieso das Feuer ausbrach. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen, sagte eine Sprecherin der Polizeidirektion Ratzeburg am Dienstag gegenüber Hinz&Kunzt. Zuvor hatten Polizei und Staatsanwaltschaft in einer Pressemitteilung betont, dass bislang keine „Anhaltspunkte für einen fremdenfeindlichen Hintergrund des Geschehens“ vorlägen.

Rassistische Parolen an die Unterkunft gesprüht

Dieser Hinweis kam nicht von ungefähr: Erst im Februar hatten Unbekannte rassistische Parolen an die Wände anderer Häuser der Gemeinschaftsunterkunft und an eine benachbarte Turnhalle gesprüht. Eine Hinz&Kunzt-Nachfrage zu den Ermittlungsergebnissen des Staatsschutzes der Polizei Lübeck in dieser Sache blieb bislang leider unbeantwortet.

Die Bewohner der ausgebrannten Wohnungen hat die Stadt Ahrensburg nach dem Brand in andere Unterkünfte umquartiert. Die drei Wohnungslosen mussten ihre Wohngemeinschaft vorerst auflösen: Sie wurden getrennt voneinander untergebracht.

Über den Autor
Benjamin Laufer
Benjamin Laufer
Schreiben, was schief läuft, damit es sich ändert: Benjamin Laufer arbeitet als Journalist in Hamburg hauptsächlich zu Sozial- und Innenpolitik.

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