Hamburger Wohnungspolitik : Wohnungsbau in Hamburg stockt – auf hohem Niveau 

Im vergangenen Jahr wurden in Hamburg weniger Wohnungen fertiggestellt als 2018. Das Niveau bleibt dennoch hoch. Foto: Christian v. R. / pixelio.de.

 In Hamburg wurden im vergangenen Jahr weniger Wohnungen fertiggestellt als noch 2018. Die Stadtentwicklungsbehörde ist dennoch zufrieden.

Freitags informieren wir per Mail über die Nachrichten der Woche:

Abmeldung via Link in der Fußzeile der Mails. Infos zum Datenschutz.

Pünktlich zu den Koalitionsverhandlungen zum Thema Stadtentwicklung hat die zuständige Behörde frische Zahlen zum Wohnungsbau veröffentlicht. Demnach wurden im vergangenen Jahr 9805 Wohnungen in Hamburg fertig. Im Jahr 2018 waren es noch 10.674 und damit 8,1 Prozent mehr. Allerdings: 2018 war mit Blick auf die Fertigstellung von Wohnungen ein Rekordjahr. Die aktuellen Zahlen sind immer noch die Zweitbesten, seit im Jahr 2011 das  Hamburger „Bündnis für das Wohnen“ aus Senat, Wohnungswirtschaft, der städtischen SAGA und Mieter*innenvereinen an den Start gegangen ist. Insgesamt 65.545 Wohnungen wurden seitdem fertiggestellt. 

„Damit trägt der Senat langfristig dazu bei, den angespannten Wohnungsmarkt zu entlasten, denn der Bau zusätzlicher Wohnungen ist das wirksamste Mittel gegen den Anstieg der Mieten“, freut sich Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt. Allerdings: trotz der städtischen Wohnungsbauoffensive steigen die Mieten in Hamburg weiterhin, wie der aktuelle Mietenspiegel zeigt.

Wohnungen werden größer

Insgesamt 3717 der im vergangenen Jahr fertiggestellten Wohnungen sind Sozialwohnungen. 3012 davon im günstigeren 1. Förderweg (6,60 Euro/qm nettokalt im Jahr 2019). Das selbstgesteckte Ziel von 3000 neuen Sozialwohnungen im Jahr hat der Senat damit sogar übertroffen. Weil jedes Jahr viele Wohnungen aus der Sozialbindung fallen, steigt die Anzahl an Sozialwohnungen insgesamt aber kaum, die Anzahl der Sozialwohnungen im ersten Förderweg wird langfristig sogar zurückgehen. Sabine Weis von Mieter helfen Mietern zeigt sich gegenüber Hinz&Kunzt insofern auch enttäuscht über den „nach wie vor geringen Anteil an öffentlich geförderten Wohnungen, die in Hamburg neu gebaut werden“.

Was hingegen steigt ist die Größe der Wohnungen: von durchschnittlich 79,6 qm im Jahr 2018  auf  83,5 qm im vergangenen Jahr. Grund für Kritik von der wohnungspolitischen Sprecherin der Linksfraktion, Heike Sudmann. Zwar freut sie sich über die vielen Neubauten: „Aber über 80 Quadratmeter große Wohnungen in der Singlehauptstadt Hamburg zu bauen ist Flächenverschwendung und hilft nicht, den Mangel bei steigender Einwohnerzahl zu beseitigen.“ 

Die Mehrzahl der 2019 fertiggestellten Wohnungen entfielen übrigens auf Gebäude mit drei und mehr Wohnungen. Insgesamt 7653 Wohnungen entstanden hier. Zusätzlich wurden 1395 Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern fertig.  Die restlichen 757 fertiggestellten Wohnungen verteilen sich auf Baumaßnahmen an bestehenden  Gebäudenden Neubau von Nichtwohngebäuden wie Büros und Wohnheime. 

Über den Autor
Lukas Gilbert
Lukas Gilbert
Studium der Politikwissenschaft in Hamburg und Leipzig. Seit September 2019 Volontär in der Hinz&Kunzt-Redaktion.

Diskutieren Sie mit uns!

Wenn Sie mit uns diskutieren wollen, besuchen Sie uns auf unserer Facebook-Seite oder schicken Sie uns einen Leserbrief an redaktion@hinzundkunzt.de.