Gute Wochenend-Aussichten für Hamburgs Obdachlose: Bis kommenden Mittwoch dürfen sie rund um die Uhr im Winternotprogramm verweilen.
Rund 700 Obdachlose nutzen seit dem Wintereinbruch im Januar das städtische Winternotprogramm – deutlich mehr als in den Vorjahren. “hinsichtlich der weiterhin winterlichen Temperaturen”, wie es in einer Behördeninfo heißt, dürfen diese Menschen bis einschließlich Mittwoch auch tagsüber in den Unterkünften bleiben. Dass der städtische Betreiber Fördern & Wohnen jetzt unabhängig von Wetterwarnungen eine Tagesöffnung anbietet, ist ein ungewöhnlicher Schritt, zu dem in den vergangenen Tagen die Oppositionsparteien und Sozialverbände die Stadt wiederholt aufgerufen hatten.
Bislang hatte der Betreiber kommuniziert, dass täglich „sehr früh morgens“ über verlängerte Öffnungszeiten für den jeweiligen Tag entschieden werde. Und nur bei Unwetter mit beispielsweise Schneefall von mehr als zehn Zentimetern sicherte der er verlässlich zu, niemanden im Laufe des Tages aus den Notunterkünften zu verweisen. Mit dem Ergebnis, dass im Januar – dem kältesten Januar in Hamburg seit 16 Jahren mit einem Monatsmittel im Frostbereich – bislang an neun Tagen die Unterkünfte rund um die Uhr offen blieben.
Eine neue parlamentarische Anfrage der CDU förderte jetzt allerdings auch zu Tage, dass in diesem Jahr bereits sechs Obdachlose auf Hamburgs Straßen gestorben sind. Zwei von ihnen tragischerweise sogar in einem Umkreis von nur 1500 Metern von den Notunterkünften entfernt. Der Senat äußert in der Antwort auf die CDU-Anfrage sein tiefes Bedauern zum Tod der Obdachlosen und spricht den Hinterbliebenen sein Mitgefühl aus.
Update:
Die beiden Großunterkünfte des Winternotprogramms in der Friesenstraße und in der Châu-und-Lân-Straße bleiben auch von Donnerstag, den 5. Februar bis einschließlich Montag, den 9. Februar ganztägig geöffnet.
