Die Stadt versinkt im Schnee. Welche zusätzlichen Hilfsangebote gibt es für tausende obdachlose Menschen in Hamburg?
Vor einer „Gefahr für Leib und Leben durch stark erhöhte Schneedecke“ warnt der Deutsche Wetterdienst für Hamburg, für die Nacht zum Sonntag sagt er zweistellige Minustemperaturen vorher. Lebensgefahr – vor allem für Menschen ohne Zuhause.
Die Stadt reagiert: Bis einschließlich 12. Januar bleiben die städtischen Notunterkünfte für Obdachlose in Hamburg anders als sonst rund um die Uhr geöffnet. Es gäbe noch ausreichend Betten für die Schutzsuchenden, stellt eine Sprecherin gegenüber Hinz&Kunzt klar. Wer ein Bett sucht, wird fündig. Auch auf einen stärkeren Ansturm auf das Winternotprogramm sei man vorbereitet und könne zusätzliche Betten aufstellen.
Doch der Ansturm hält sich bislang in Grenzen. Der Kältebus hat in der vergangenen Nacht gerade einmal vier Obdachlose in die Unterkunft in Hammerbrook bringen müssen. Das bedeutet auch, dass rund 4000 Menschen bei diesem Wetter im Freien schlafen.
Senat appelliert an Bevölkerung
Die Tagesaufenthaltstätten bleiben trotz Wetterchaos geöffnet. Einige, wie das Cafée mit Herz und die Alimaus – jeweils auf St. Pauli –, haben die Öffnungszeiten ausgeweitet. Straßensozialarbeiter:innen der Stadt sollen laut Senat zudem in den nächsten Tagen verstärkt im Einsatz sein und Obdachlose auf die Hilfsangebote aufmerksam machen.
Und der Senat ruft die Bürger:innen der Stadt dazu auf, aufmerksam zu sein und im Zweifel Hilfe für obdachlose Menschen zu organisieren. Eine Hotline ist für das Wochenende allerdings nicht eingerichtet. Vielmehr sollte man die Feuerwehr oder Polizei rufen, wenn man Menschen in Not sieht.
Sonderregeln für Bahnhöfe
Der Forderung von Hinz&Kunzt, dass sich Obdachlose in Bahnhöfe als warme Zufluchtsorte aufhalten dürfen, kommt die Hochbahn jetzt nach. Mitarbeiter der Hochbahn-Wache können nach Ermessen obdachlosen Menschen den Aufenthalt in Bahnhöfen gewähren. „Das ist das, was wir in Richtung Hochbahn-Wache gesagt haben, und die geben das jetzt weiter an ihre Streifenteams“, bestätigt Andreas Ernst, Sprecher der Hochbahn, gegenüber Hinz&Kunzt.
