Obdachlose während G20 : Sozialverband fordert „menschenwürdigen Umgang“

Nach drei Jahren am Alsterfleet mussten die Obdachlosen dort ihre Platte bereits räumen. Man habe ihnen gesagt: wegen des G20-Gipfels, berichten sie. Foto: BELA

Der Umgang mit Obdachlosen während des G20-Gipfels ist am Mittwoch Thema in der Bürgerschaft. Aus diesem Anlass fordert der Sozialverband „adäquate Unterkünfte“ für Obdachlose, die ihre Platten räumen müssen.

Anzeige

Der Sozialverband Deutschland hat die Stadt aufgefordert, während des G20-Gipfels mit Obdachlosen menschenwürdig umzugehen. Er gehe davon aus, dass Wohnungslose auch während des Gipfels nicht aus der Innenstadt vertrieben werden, sagte der Hamburger Landesvorsitzende Klaus Wicher: „Das finden wir richtig, alles andere ist nicht akzeptabel.“

Hinz&Kunzt hatte in seiner Mai-Ausgabe von mehreren Obdachlosen berichtet, denen von Polizisten die Räumung ihrer Platte anlässlich des Gipfels angedroht worden war. Nach Informationen des Straßenmagazins gab es inzwischen weitere solcher Vorfälle. Die Sozialbehörde hatte daraufhin gegenüber Hinz&Kunzt angekündigt, im Mai zu erarbeiten, wie und wo sie durch Sicherheitsmaßnahmen vertriebene Obdachlose bis zum Gipfel unterbringen werde.

Der Sozialverband mahnte nun an, adäquat zu planen: Die vorübergehenden Unterkünfte sollten „in Nähe des gewohnten Lebensumfelds dieser Menschen“ sein, außerdem müssten die Wege zu den Betreuungseinrichtungen und Treffs „frei und problemlos erreichbar“ sein. Als Beispiel nannte Sozialverbands-Vorsitzender Wicher den Treffpunkt der Caritas am Klosterwall, in dem Obdachlose normalerweise ihr Hab und Gut während des Tages aufbewahren können.

Fragerunde in der Bürgerschaft

Am Mittwochnachmittag wird der Umgang mit Obdachlosen während des Gipfels Thema in der Bürgerschaft. Die Linksfraktion möchte wissen, ob sie in der Gipfelwoche die Stadt verlassen sollen oder es ein „besonderes Konzept für die Obdachlosen“ geben werde. Dazu muss der Senat im Parlament Stellung beziehen. Die Sitzung kann ab 13.30 Uhr im Livestream verfolgt werden, der entsprechende Tagesordnungspunkt wird gegen Abend behandelt.

Über den Autor
Benjamin Laufer
Schreiben, was schief läuft, damit es sich ändert: Benjamin Laufer arbeitet als Journalist in Hamburg hauptsächlich zu Sozial- und Innenpolitik.

Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.