Modernes Konzept holt Dutzende Obdachlose von der Straße. Außerdem: Proteste gegen Sozialabbau und ein gerettetes Schwimmbad.
Dass Housing First funktioniert, war eigentlich schon lange klar: Vor fünf Jahren berichtete ich aus Berlin, wo erstmals in Deutschland Wohnungen ohne viele Vorbedingungen an Obdachlose vergeben wurden. Das hat damals schon gut geklappt. Mein Kollege Lukas Gilbert war ein Jahr später für eine Reportage in Finnland, das mit Housing First Obdachlosigkeit fast komplett abgeschafft hat. Eine echte Erfolgsgeschichte also.
Hamburg hat sich dennoch lange bitten lassen und startete erst im Sommer 2022 zunächst ein Modellprojekt. Wenig überraschend verlief auch das erfolgreich: Statt der angepeilten 30 konnten 36 Wohnungen vergeben werden. Seit einem Jahr ist Housing First nun in Hamburg eine reguläre gesetzliche Leistung. Und – Sie ahnen es – es funktioniert: Insgesamt konnten inzwischen 65 Menschen von der Straße geholt werden – fast alle dauerhaft.
Warum genau das Modell so gut funktioniert und woran es noch hakt, erfahren Sie in unserer aktuellen Ausgabe. Unser Housing-First-Experte Lukas Gilbert hat mit Sozialarbeiterinnen und inzwischen ehemaligen Obdachlosen gesprochen und ordnet die Situation in Hamburg für Sie ein. Einen Ausschnitt finden Sie weiter unten in dieser Mail.
Vielleicht erinnern Sie sich noch an unseren Olympia-Schwerpunkt im Mai? Damals hatten wir über das Lehrschwimmbecken in Lurup berichtet, in dem Tausende Kinder Schwimmen gelernt haben. Während der Senat damals noch Millionen für ein Olympia-Schwimmbecken ausgeben wollte, drohte „LuFisch“ die Schließung. Dazu wird es nicht kommen, wie in dieser Woche bekannt wurde. Aber die Rettung kam nicht aus Hamburg, sondern aus Berlin.
In unserer August-Ausgabe habe ich mich noch gewundert, wieso die zahlreichen geplanten Kürzungen im Sozialen kaum Proteste auslösen. Für Samstag ruft der DGB nun zu Kundgebungen auf – auch in Hamburg. Vielleicht bringt es ja etwas.
Ihnen ein schönes Wochenende!
Hinz&Kunzt Randnotizen
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