Städtische Unterbringung : Pik As wird neu gebaut

Auch im neuen Pik As sollen Obdachlose unkompliziert einen Übernachtungsplatz bekommen - und dann zügig in andere Einrichtungen umziehen. Foto: Mauricio Bustamante

Die Stadt will ihr Angebot für Obdachlose zukünftig ausbauen. Das Pik As, die Übernachtungsstätte für obdachlose Männer, soll komplett neu gebaut werden – inklusive separater Notübernachtungsplätze für junge Obdachlose. Und auch das Angebot für obdachlose Frauen soll erweitert werden.

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Das Pik As, seines Zeichens älteste Obdachlosenunterkunft Deutschlands und entsprechend marode, soll abgerissen und anschließend neu gebaut werden. Auf eine CDU-Anfrage heißt es vom Senat, dass man momentan auf der Suche nach einem geeigneten Ersatzstandort für die Bauphase sei. „Sobald die gefunden wurde, werden wir dann über die weiteren Schritte informieren“, teilt Sozialbehördensprecher Martin Helfrich auf Hinz&Kunzt-Nachfrage mit. Der Neubau soll am selben Ort wie das jetzige Pik As in der Neustadt entstehen.

Die Planungen für den Neubau laufen seit Jahren. Ursprünglich war die Stadt auf der Suche nach einer Fläche, um das Pik As an einem neuen Standort zu errichten. Davon ist man nun abgerückt. Eine gute Nachricht: Der Verbleib des Pik As in zentraler Innenstadtlage, ist für viele Obdachlose wegen der guten Erreichbarkeit wichtig.

Der Arbeitskreis „Wohnraum für junge Menschen“ fordert derweil, dass der Neubau des Pik As nicht mit der Zusammenlegung einer Notschlafstelle für obdachlose Jungerwachsende zwischen 18 und 25 Jahren einhergehen dürfe. Entsprechende Pläne hatte der Senat Ende letzten Jahres auf Anfrage der Linkspartei bestätigt. Zwar wünscht sich der Arbeitskreis eine Übernachtungsstelle für Jungerwachsene, die solle aber abseits der bestehenden Obdachlosenunterkünfte entstehen – auch um ein solches Angebot attraktiver für junge Menschen zu machen und sie so zu animieren, das Hilfesystem überhaupt in Anspruch zu nehmen.

Mehr Plätze für obdachlose Frauen

Bauen will die Stadt auch für obdachlose Frauen. 60 Notübernachtungsplätze soll es zukünftig im Frauenzimmer in Hohenfelde, der städtischen Übernachtungsstätte für obdachlose Frauen, geben. Bislang bietet die Unterkunft 30 Plätze als Notübernachtung und 20 längerfristige Wohnplätze an.

Gleich in mehreren Monaten war die Notübernachtung im Frauenzimmer im vergangenen Jahr überbelegt, das wurde auch von den Behörden registriert. Und auch in den bisherigen Wintermonaten war die Auslastung hoch. Obwohl die Nachfrage im Winter durch die Angebote des Winternotprogramms normalerweise niedriger als im Rest des Jahres ist, wie der Senat auf eine Anfrage der Linkspartei schreibt.

Der hohen Auslastung soll mit der Erweiterung nun begegnet werden. Und nicht nur das: „Die Platzerweiterung der Frauenübernachtung wird mit einer Verbesserung der Belegungsstandards einhergehen“, teilt der Senat weiter mit. Unter anderem sind mehrere Aufenthaltsräume geplant. Um Platz für diese Erweiterungen zu schaffen, sollen die 20 Wohnplätze in ein Gebäude auf der anderen Straßenseite verlegt werden.

Pläne hat die Stadt aber auch für eine zentral gelegene Tagesaufenthaltsstätte in Altona, die vom städtischen Betreiber fördern und wohnen gemeinsam mit dem sozialen Träger Palette betrieben werden soll. Auch dort ist man aber noch mit Planungen beschäftigt, bevor das Vorhaben dann „zur Bauantragsreife“ gebracht werden kann, wie der Senat auf CDU-Anfrage mitteilt. Ursprünglich war geplant, die Tagesaufenthaltsstätte Anfang 2020 zu eröffnen. Wegen „baurechtlichen Schwierigkeiten“ konnte der Termin aber nicht eingehalten werden.

Über den Autor
Lukas Gilbert
Lukas Gilbert
Studium der Politikwissenschaft in Hamburg und Leipzig. Seit September 2019 Volontär in der Hinz&Kunzt-Redaktion.

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