Flaschensammler : Auch die Bahn experimentiert mit Pfandregalen

Im S-Bahnhof Harburg testet die Bahn ein Pfandregal. Foto: BELA

Die Bahn hat ihren rigiden Umgang mit Flaschensammlern überdacht und testweise an Bahnhöfen Pfandregale aufgehangen – leider mit schlechtem Ergebnis. Ein anderes Projekt im Bezirk Altona ist offenbar versandet.

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Eigentlich sind Pfandsammler auf den Bahnhöfen der Deutschen Bahn nicht gern gesehen: Das „Durchwühlen von Abfallbehältern“ ist durch die Hausordnung untersagt, bei Verstößen drohen Hausverbote und sogar Anzeigen. Hinz&Kunzt hat das schon vor Jahren kritisiert.

Seit einem Jahr nun experimentiert die Bahn im S-Bahnhof Harburg und im Hauptbahnhof Hannover mit Pfandregalen an den Mülleimern – also Abstellflächen für Pfandflaschen. Eigentlich eine gute Idee: Damit müssten Pfandsammler nicht mehr im Müll wühlen und gegen die Hausordnung verstoßen. Eine Bahnsprecherin sagte, der Wunsch nach den Pfandregalen sei an das Unternehmen herangetragen worden.

Leider ist der Probebetrieb bereits gescheitert. „Statt Pfandflaschen wurde sonstiger Abfall dort abgelegt“, berichtet die Sprecherin. „Daher werden wir die Sache nicht weiter verfolgen.“ Am bisherigen Umgang mit Flaschensammlern werde die Bahn auch anderweitig nichts ändern: „Wir möchten, dass sich Gäste in unseren Bahnhöfen wohl fühlen. Deswegen gibt es in unserer Hausordnung Regeln.“

Altona will 100 Pfandringe – eigentlich

Pfandring vor dem Altonaer Bahnhof (2016). Foto: JOF

Im Juni 2016 hatte auch der Hamburger Bezirk Altona öffentlichkeitswirksam ein Pilotprojekt mit Pfandringen an Straßenschildern ausgerufen. Auf Initiative der Bezirksgrünen waren zunächst an sechs Schildern Pfandringe angebracht worden, die Bezirk und Umweltbehörde finanzierten. Das ausgegebene Ziel: Insgesamt 100 Pfandringe im ganzen Bezirk.

Zwei Jahre später gibt sich das Bezirksamt kleinlaut. Zum aktuellen Stand des Projekts will sich Sprecher Martin Roehl erst gar nicht äußern. Wohl weil der Bezirk von den angestrebten 100 Pfandringen noch weit entfernt ist: Insgesamt hängen inzwischen gerade mal 13 Stück in Altona, räumt er auf erneute Nachfrage ein. Bürger könnten aber Vorschläge für neue Standorte per E-Mail an mr@altona.hamburg.de schicken, betont der Sprecher.

Über den Autor
Benjamin Laufer
Schreiben, was schief läuft, damit es sich ändert: Benjamin Laufer arbeitet als Journalist in Hamburg hauptsächlich zu Sozial- und Innenpolitik.

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