Fahrer gesucht : Alimaus plant Kältebus für Obdachlose

Seit 1994 fährt der Kältebus der Berliner Stadtmission im Winter durch die Hauptstadt und bringt hilflose Obdachlose in Notunterkünfte. Das könnte ein Vorbild für Hamburg sein. Foto: Mauricio Bustamante

Frohe Kunde kurz vor Weihnachten: In Hamburg soll künftig ein Kältebus nach Berliner Vorbild Obdachlosen in Not helfen. Das gab die Tagesaufenthaltsstätte Alimaus bekannt.

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Nachdem innerhalb eines Monats vier Obdachlose auf Hamburgs Straßen gestorben sind, könnte schon bald Hamburgs erster Kältebus die Fahrt aufnehmen. „Unser Bus soll von 19 bis 24 Uhr im Einsatz sein und keine festen Routen abfahren“, sagt Alimaus-Leiterin Christiane Hartkopf gegenüber Hinz&Kunzt. Es wird eine Rufnummer geben, die Passanten, die Menschen in Not auf der Straße entdecken, oder Obdachlose selber anrufen können.

Den Aufruf zum ersten Hamburger Kältebus hatte die Alimaus am dritten Advent auf Facebook veröffentlicht. Sie sei überrascht und sehr angetan von der großen Resonanz, sagt Hartkopf. Seitdem hätten sie zahlreiche Anfragen nach benötigten Spenden und ehrenamtlicher Mitarbeit erreicht. Angestrebt wird jetzt, dass der Bus Mitte Januar die Fahrt aufnimmt.

Hinz&Kunzt fordert Sofortmaßnahmen für Obdachlose

Ende November hatte Hinz&Kunzt-Sozialarbeiter Stephan Karrenbauer auch für Hamburg den Einsatz eines Kältebusses gefordert. Während Diakonie und Caritas sowie Hinz&Kunzt aktuell den Einsatz eines Kältebusses abwägen, reagierte die Sozialbehörde ablehnend. Es gäbe ausreichend Straßensozialarbeiter, die wüssten wo Obdachlose nächtigen und die über teils intensive Kontakte zu Obdachlosen verfügen. „Diese guten Beziehungen wollen wir nicht auf‘s Spiel setzen, indem wir sie durch einen Kältebus mit anderen Sozialarbeitern ersetzen“, sagt ein Sprecher der Sozialbehörde.

Hilfe für Obdachlose
Diese Politiker unterstützen den Kältebus
Ein Kältebus könnte auch in Hamburg Leben von Obdachlosen retten, die den Weg in die Notunterkünfte alleine nicht schaffen: Diese Idee von Hinz&Kunzt unterstützen nun auch Politiker von SPD, Grünen, Linken und CDU. 

Doch die Straßensozialarbeiter sind nicht nachts unterwegs. Der erste Hamburger Kältebus der Alimaus hingegen soll das sein. Er orientiert sich am Berliner Vorbild, soll Obdachlose aufsuchen und sie auf Wunsch in die Notunterkünfte fahren oder sie mit Schlafsäcken, Isomatten und warmer Kleidung versorgen.

Damit der Bus mit mindestens zwei Personen täglich besetzt werden kann, benötigt der Trägerverein St. Ansgar e.V. ehrenamtliche Mitarbeiter. Sie können sich wenden an Christiane Hartkopf unter der Rufnummer 040 – 31 79 57 59 oder per Mail unter team@alimaus.de.

Autor*in
Jonas Füllner
Jonas Füllner
Studium der Germanistik und Sozialwissenschaft an der Universität Hamburg. Seit 2013 bei Hinz&Kunzt - erst als Volontär und inzwischen als angestellter Redakteur.

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