Die Elbschule ist Hamburgs einzige Schule für taube und schwerhörige Kinder. Seit zehn Jahren lernen hier auch Heranwachsende ohne Behinderung. Nun soll aus dem Versuch ein dauerhaftes Angebot werden.
Dienstag, dritte Stunde, Deutsch. Klassenlehrerin Maike Rohlfs klappt ihren Laptop auf, öffnet die Stundenpräsentation – und dann ertönt Metal-Musik in Zimmerlautstärke. Während der Sänger seine Wut auf die Welt hinausschreit, beeilen sich die 14 Schülerinnen und Schüler der 7c, Hocker für den Sitzkreis aufzustellen. Bevor sie sich setzen, holt sich jedes Kind noch seine Übertragungsanlage und hängt sie um. Diese technischen Hilfsmittel gibt es in der Hamburger Elbschule in jedem Klassenraum. In dem einzigen „Bildungszentrum für Hören und Kommunikation“ der Stadt haben schließlich die meisten der 300 Kinder eine Hörbeeinträchtigung oder sind gehörlos. Das längliche Gerät erinnert ein bisschen an einen iPod – Ältere werden sich erinnern. Es überträgt jedes gesprochene Wort auf die Hörhilfe der Kinder. So können auch die Schüler:innen mit einer Hörbehinderung dem Unterricht gut folgen. Auch Rohlfs trägt ein dünnes Headset mit einem Verstärker für ihre Stimme um den Hals. Die 7c ist eine Inklusionsklasse, sieben Kinder sind hörgeschädigt, sieben nicht. Einen Kommunikator trägt jedes Kind: Bei den Hörenden ist es quasi nur eine Art Mikrofon, bei den Hörgeschädigten beides – Hör- und Sprachverstärkung. Gemeinsam lernen sie in einer Schule, in der Hörbehinderung die Normalität ist. Seit 2016 läuft die umgekehrte Inklusion als Schulversuch, in jedem Jahrgang gibt es eine Inklusions- klasse.
Die letzten Klänge des Liedes sind verstummt. An der digitalen Tafel ist ...
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