Für die Polizei ist Betteln in der Innenstadt seit Neuestem ein Problem: Mit Platzverweisen geht sie gegen Menschen vor, die um Geld bitten. Die sozialen Probleme werden dadurch nicht gelöst.
Als die Läden in der Mönckebergstraße ihre Türen öffnen, sitzt Veronika vor einem Schuhgeschäft. Vor ihr steht eine leere Packung Stracciatella-Eis, darin liegen an diesem Samstag ein paar Münzen. Fünf bis zehn Euro am Tag brauche sie zum Überleben, sagt Veronika. Die 54-Jährige bettelt hier, bis sie die Summe zusammen hat; manchmal braucht sie zwei Stunden, manchmal bis nach Ladenschluss. Jeden Tag seit vier Jahren sitzt Veronika hier. Zwei Jahre davon schlief sie ein paar Ecken weiter. Immer wenn sie von ihrem Platz vor dem Schuhgeschäft in Richtung Bahnhof schaute, saßen dort noch andere Menschen wie sie, mindestens vier. Heute ist sie die Einzige. Wo sind die anderen hin? Ronny, der auf der anderen Straßenseite sitzt, hat eine Ahnung: Er dürfe zwar bleiben, sagt er, aber die Polizei schicke in letzter Zeit immer wieder Menschen weg, die hier vor den Geschäften um Almosen bitten.
Seit Anfang März häufen sich solche Berichte. Immer wieder hören wir: P...


