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„Die Stadt sollte echte Perspektiven bieten“

29. Oktober 2012 | Von | Kategorie: Archiv

Sonja Norgall ist seit 2010 Projektleiterin des Hamburger Mitternachtsbusses der Diakonie, mit dem Ehrenamtliche jeden Abend heiße Getränke, Essen und Decken zu den Schlafplätzen Obdachloser bringen.

Sonja Norgall, Mitternachtsbus. Foto: Markus Scholz

Hinz&Kunzt: Wer kommt speziell im Winter zu Ihnen?
Sonja Norgall: Im Wesentlichen sind es die gleichen Menschen wie im Sommer, nur dass im Winter weniger kommen: im Schnitt zwischen 50 und 70, weil mehr Obdachlose in Notunterkünften unterkommen. Im Sommer sind es bis zu 150.

H&K: Eine Erinnerung an das vergangene Winternotprogramm?
Norgall: Es ist voller geworden als in den Jahren davor: Im vergangenen Winter hatten wir erstmals teilweise bis zu 100 Menschen am Bus. Die Lage hat sich zugespitzt. Dann begleitet uns verstärkt das Thema Migration in den letzten beiden Jahren. Es gibt vor allem mehr osteuropäische und afrikanische Migranten, die zum Mitternachtsbus kommen.

H&K: Was erhoffen Sie sich vom kommenden Winternotprogramm?
Norgall: Wir erhoffen uns jedes Jahr das Gleiche: Dass es verlässliche, langfristige Plätze gibt. Es sollte nicht immer wieder dieses Winterstückwerk geben. Wir können ja die Uhr danach stellen: Mit Ende des Winternotprogramm Mitte April stehen de Leute wieder bei uns am Bus.

H&K: Und was befürchten Sie?
Norgall: Dass jemand erfriert, obwohl wir ihm einen zweiten Schlafsack gegeben haben. Das ist unser Horrorszenario.

H&K: Ihr Appell an die Stadt?
Norgall: Die Stadt sollte längerfristige, echte Perspektiven bieten. Besonders auch für Migranten aus Osteuropa. Denen können wir momentan kaum mehr als einen heißen Kaffee anbieten. Wir sprechen die Sprache nicht und es gibt kaum Stellen, wo man sie versteht und ihnen Unterstützung bietet. Es muss auch mehr Geld zur Verfügung gestellt werden.

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Andreas Bischke, Tagesaufenthaltsstätte Herz As:

„Ich fürchte, wir sind dem Ansturm nicht gewachsen.“

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Nikolas Borchert, Wohnungslosen-Zentrum der Diakonie:

„Es ist entwürdigend.“

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Stephan Karrenbauer, Hinz&Kunzt:

„Hoffentlich erfriert niemand.“

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Dr. Arne Breest, Schwester Julia, Jannik, Mobile Hilfe:

„Wir hoffen, es bleibt friedlich.“

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Ein Kommentar
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  1. Es ist zum Haare raufen, denn ich habe heute gehört, das diese Freie und Hansestadt Hamburg Zelte aufbaut an der Sportallee !! (Ob das so ist, weiß ich nicht ) Weiter hin baut ja diese Stadt Plätze ab, weshalb auch immer, sparen bis zum Tod, oder wie ?? Es gibt welche die dem SPD – Senat nahe stehen, aber mir ist das zu viel nähe !! Konstuktivität
    ist hier angesagt, so wie ich das immer wollte !! Ich habe darum gekämpft, das in dieser Stadt keiner mehr erfriert, und was macht die Stadt, sie läßt einige erfrieren !! Vielleicht kann die Stadt da ja nichts zu, aber das ist für mich keine ausrede !! Ich habe mal gesagt :“Jeder der da draußen erfriert, ist einer zu viel, und deshalb müssen bessere politische Konzepte her !!“ Alle reden hier von Geld, vielleicht meinen sie Totengeld, denn das heißt ja sparen ?? Das mit uns keiner politisch reden will, kann ich mir gut vorstellen, ich würde mir auch keine Vorwürfe an hören wollen, so wie Herr Scheele !! Von unserem Bürgermeister Olaf scholz will ich erst gar nicht schreiben, weil er sein Wort gebrochen hat !! Er wollte uns kja alle politisch mit nehmen, und nun stehen viele alleine da !! Ich kann diese Stadt nur da vor wahnen, sollte einer in dieser Stadt erfrieren, weshalb auch immer, gibt es ärger !!

    Erich Heeder – HINZ&KUNZT – VERKÄUFER

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