Audiyou-Wettbewerb

„Wer will schon normal sein?“

Wie klingt eigentlich „Anderssein“? Diese Frage haben sich 130 Schüler beim vierten Audio-Wettbewerb von Hinz&Kunzt und Audiyou gestellt. Das Ergebnis sind beeindruckende Songs und Hörspiele über Ausgrenzung, die die Jury jetzt ausgezeichnet hat.

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Antka und Jurek haben mit ihrem Interview den Sonderpreis beim diesjährigen Wettbewerb gewonnen.

Eigentlich ist jeder anders, aber wenn man anders ist als die meisten, dann kann das eine schmerzhafte Erfahrung sein. Deswegen sollten sich die Schüler beim vierten Audio-Wettbewerb von Audiyou und Hinz&Kunzt mit der Frage beschäftigen, wie Anderssein klingt.„Ausgrenzung gibt es in vielen Schulen, zum Beispiel in Form von Mobbing“, sagt Stephanie Landa von der Internetplattform Audiyou. Die Aufgabe, die die Schüler lösen mussten: „Findet heraus, warum Menschen anderen Menschen so etwas antun.“

130 Schülerinnen und Schüler haben in diesem Jahr am Wettbewerb teilgenommen und ihre Beiträge abgegeben. Viele haben ein Hörspiel erstellt, andere einen Song aufgenommen. Hauptsache, es wurden Geräusche mit digitaler Technik auf dem Computer gespeichert und bearbeitet. „Wir wollen dazu animieren, moderne Technik kreativ zu nutzen“, sagt Stephanie Landa. „Ich finde es auch wichtig, dass in den Schulen mit digitalen Medien gearbeitet wird. Die Schüler sollen bei aller Vorsicht die Chancen des Internets kennenlernen.“

Die Einsendungen waren in diesem Jahr so überzeugend, dass ein erster Platz der Jury nicht ausreichte. „Jeder einzelne Beitrag hatte seinen eigenen Charakter“, sagte Jurymitglied und Medienpädagoge Georg Gunkel-Schwaderer bei der Siegerehrung am Dienstag. „Ihr habt da so viel Herzblut reingesteckt, dass wir uns kaum entscheiden konnten.“ Deswegen gab es in diesem Jahr die beiden Kategorien „Hörspiel“ und „Musik“ mit jeweils einem ersten, zweiten und dritten Platz. Neben Gunkel-Schwaderer saßen noch die Hörfunk-Journalistin Alexandra Wrann, der Hörspielsprecher Sascha Draeger und der Hinz&Künztler Reiner Rümke in der Jury.

Den ersten Platz in der Kategorie Hörspiel ergatterten die Schüler von der Woldenhorn-Schule für geistig Behinderte in Ahrensburg mit ihrem Stück „Salims Geschichte.“ Die Kinder schildern darin, wie der 14-jährige Salim in der Schule beleidigt wird, weil er nicht Deutsch sprechen kann. Gemein! Am Ende vertragen sich aber zum Glück alle wieder: Die Mobber entschuldigen sich. Hinz&Künztler Reiner war begeistert: „Das hat mir sehr gut gefallen!“


In der Kategorie Musik sahnten die Schüler vom Projekt Elbstation Akademie den ersten Preis ab. In ihrem Song „Zeit für Veränderung“ rappen die Jugendlichen über Diskriminierung: „Ob arm oder reich, ob dick oder dünn, hat alles seinen Charme, was ist daran so schlimm?“ Dafür gab es viel Lob vom Jurymitglied Alexandra Wrann: „Ihr habt textlich toll gearbeitet“, sagte sie bei der Preisverleihung. Am besten gefiel ihr, dass der Song die Diskriminierung abschaffen möchte: „Was ist normal, wer will das schon sein?“, heißt es darin.


Aber auch zwei erste Plätze waren der Jury nicht genug, so überzeugt war die von den Beiträgen. „Wir mussten unbedingt noch einen Sonderpreis für eine super Idee vergeben!“, so Sascha Draeger. Dieser Sonderpreis geht nach Lüneburg an die Geschwister Jurek und Antka. Sie haben sich in ihrem „besonderen Interview“ gefragt, wie es eigentlich ist, wenn man Anders ist – mit Schmunzelgarantie! Auch Synchronsprecher Sascha musste lachen: „Wir fanden es sehr originell, wie ihr euch dem Thema genähert habt.“


Zum Abschluß gab es noch einmal warme Worte von der Jury: „Wir möchten uns bedanken, dass ihr uns an eurem Leben teilhaben lasst“, sagte Medienpädagoge Georg Gunkel-Schwaderer. „Das ist etwas ganz Besonderes.“ Die Hörspiele und Songs, die die Schüler aufgenommen haben, sollen nicht eingemottet werden: Bei Audiyou werden sie zum Anhören angeboten, sagte Stephanie Landa: „Eure Beiträge können jetzt im weltweiten Netz angehört werden!“

Herzlichen Dank an die Sponsoren der Preise: Sound Service und Ohrlotsen!

Text: Benjamin Laufer
Fotos: Mauricio Bustamante

3 Kommentare zu “„Wer will schon normal sein?“

  1. Vielen Dank an alle Schüler und Lehrer/Begleitung für´s Kommen zur Siegerehrung gestern. Sogar aus Mölln waren welche da! Es war ein wunderschöner Nachmittag mit ganz besonderen Gästen und einer sehr schönen Stimmung. Unvergessen das Lachen, die Blicke, die Spannung – eine Bereicherung!
    Isabel

  2. Anders sein als die anderen, ist das anders sein, der anderen !!
    Denn es währe langweilig, wenn alle gleich währen !! Als ich als Jugendlicher mal in der
    Bahn gefragt wurde, wie ich heiße !!Antwortete ich mit salopper Zunge: „Ich bin der Anders
    Andersen, aus der Andersstrasse, bei Andersen !! So heißt du doch nicht wirklich, oder ??
    Wie so soll ich nicht der Anders Andersen, aus der Andersenstrasse, bei Andersen sein ??
    Tja, so war das, man glaubt es kaum, aber diese Geschichte ist so war, wie das Amen in
    der Kirche !! Denn ich mochte keine neugierigen Menschen als Jugendlicher !!

    Die Richtung in dir, –
    ist vorgegeben,
    denn es kann passieren, –
    das eine Abzweigung kommt !!

    E.Heeder – HINZ&KUNZT – Verkäufer

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