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Aktionsbündnis gegen Wohnungsnot

Protestmarsch zum Rathaus

26. Mai 2015 | Von | Kategorie: Das Thema, Nachrichten

Das Aktionsbündnis gegen Wohnungsnot ruft am Donnerstag zum Protestmarsch vor das Rathaus auf. Drinnen tagt derweil die Bürgerschaft zum Thema Obdachlosigkeit. Etwa 2000 Menschen leben inzwischen nach Diakonie-Angaben auf der Straße. Weil die einzige Notunterkunft überfüllt ist, fordert das Aktionsbündnis Soforthilfe für Obdachlose.

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Bereits Ende März Mitarbeiter aus der Wohnungslosenhilfe vor dem Rathaus Soforthilfe für Obdachlose.

Weil Hamburgs einzige Notunterkunft seit Anfang April regelmäßig Menschen in Not abweist, rufen Mitarbeiter der Wohnungslosenhilfe jetzt zu einem Protestmarsch auf. Am Donnerstag versammeln sie sich um 14 Uhr vor der Bahnhofsmission, um von dort aus Richtung Rathaus zu ziehen. Dort debattiert die Bürgerschaft zeitgleich zum Thema „Menschenwürdige Unterbringung von wohnungslosen Menschen“.

Die Diakonie Hamburg geht davon aus, dass inzwischen 2000 Menschen in Hamburg auf der Straße leben. Und seit einigen Wochen weist das Pik As auch noch regelmäßig Obdachlose ab. Das gab es früher nicht. Jeder konnte die Notunterkunft nutzen, auch wenn es nur noch „Schlafplätze“ auf Stühlen oder im Treppenhaus gab. Doch aufgrund von Brandschutzbestimmungen musste das Pik As die Schlafplätze im Frühjahr beschränken.

Die Diakonie und Hinz&Kunzt haben in den vergangenen Wochen mehrfach die für Obdachlose katastrophale Situation thematisiert. Und das Aktionsbündnis fordert jetzt den Senat zum Handeln auf. Dieser sei aufgrund rechtlich zur Unterbringung unfreiwillig Obdachloser verpflichtet. „Dieser gesetzlichen Verpflichtung kommt die Stadt Hamburg inzwischen aber nicht mehr nach“, beklagt das Bündnissprecherin Bettina Reuter. Zusätzliche Notübernachtungsplätze müssten jetzt sofort bereitgestellt werden.

Dem Aktionsbündnis geht es mit der Protestaktion aber nicht nur um Soforthilfe für Obdachlose. Auch dauerhaft soll die Situation verbessert werden. Deswegen fordert das Aktionsbündnis ein besonderes Wohnungsbauprogramm für Obdachlose und die Bindung der Grundstücksvergabe an die Schaffung von preisgünstigem Wohnraum. Außerdem sollte jede zweite Neuvermietung bei der Saga GWG vordringlich wohnungssuchende Haushalte zur Verfügung stehen.

Text: Jonas Füllner
Foto: Mauricio Bustamante

2 Kommentare
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  1. Dieser Protest kommt zwar spät, aber immer noch besser als gar kein Protest. Es liegt doch nicht nur an der Politik, das
    die Wohnungslosen – Obdachlosen keinen Wohnraum bekommen, nein, es liegt daran, das es keinen gibt, und das seit 20 Jahre nicht !! Die Wohnungsbaugesellschaften, so wie die Wohnungsbaugenossenschaften, haben es doch nicht nötig, Langzeitwohnungslose – so wie Obdachlose eine Wohnung zu geben. Da ist es doch auch egal, ob man einen Paragraph 5 Schein hat oder nicht. Denn bei der masse der Wohnungssuchenden in dieser Stadt Hamburg, kann man sich die aus suchen, die eine Wohnung bekommen, oder nicht bekommen, so einfach ist das. Und ob es mit einer Wohnung dann reicht, muß auch noch in Frage gestellt werden. Viele Langzeit – Obdach – Wohnungslose müssen erst ein mal das „wohnen“ wieder lernen. Das heißt, wer eine Betreuung braucht, muß sie bekommen, wer keine Arbeit hat, muß sie bekommen, sonst sind sie wieder da, wo sie her gekommen sind. So schließt sich diieser Kreislauf wieder, und das will doch auch keiner.

    Erich Heeder – HINZ&KUNZT – VERKÄUFER

  2. Fortsetzung zum Bericht vom 27.05.2015:

    https://youtu.be/2lWWEoL5lH8

    Erich Heeder – HINZ&KUNZT VERKÄUFER

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