Der Gedenkbaum

Wir vergessen euch nicht! Auf dem Öjendorfer Friedhof wird an verstorbene Hinz&Künztler erinnert

(aus Hinz&Kunzt 150/August 2005)

Der Gedenkbaum für verstorbene Hinz&Kunzt-Verkäufer steht auf dem Öjendorfer Friedhof: vom Haupteingang geradeaus, am Feierraum Nord vorbei, der nächste Weg links führt auf den Baum zu
Der Gedenkbaum für verstorbene Hinz&Kunzt-Verkäufer steht auf dem Öjendorfer Friedhof: vom Haupteingang geradeaus, am Feierraum Nord vorbei, der nächste Weg links führt auf den Baum zu

Ich finde ich es gut, dass wir jetzt einen Gedenkbaum für uns Hinz&Künztler auf dem Öjendorfer Friedhof haben. Eigentlich sind Beerdigungen nicht meine Sache, das gebe ich offen zu. Ich habe schon einige Freunde verloren. Einen habe ich sogar tot in seiner Wohnung gefunden. Das hat mich ganz schön mitgenommen. Aber da viele von uns keine Angehörigen mehr haben und somit anonym beigesetzt werden, finde ich diese Idee gut. Man weiß, wo sie ihre Ruhestätte gefunden haben und dass sie nicht in Vergessenheit geraten. Ich finde den Baum sogar noch besser als einen Grabstein, weil ein Grab nach 25 Jahren neu vergeben wird oder neu gekauft werden muss. Der Baum bleibt – und ein Baum bedeutet Leben.

Unser Baum ist eine hochgewachsene Birke, um deren Stamm sich ein Messing-Band windet. Daran sind Namensschilder für die verstorbenen Verkäufer angebracht. Sie sind nur namentlich erfasst, ohne Geburtsdaten. Bis jetzt sind 57 Verkäufer gestorben. Unten auf der Messingbanderole ist eine Aufschrift: „Zum Gedenken an die verstorbenen Hinz&Künztler“.

Ich stand vor dieser Birke und sah, dass sie sich vom Stamm aus in zwei Richtungen verzweigt. Das gefällt mir. „Das Leben geht auch nicht immer einen geraden Weg“, sagte ich mir.

Die Idee stammt von unserem Sozialarbeiter Stephan Karrenbauer, mit dem wir dann am 8. Juli zur Einweihung gefahren sind. Empfangen wurden wir von der Landespastorin Annegrethe Stoltenberg, der Leiterin des Diakonischen Werkes und Herausgeberin von Hinz&Kunzt. Sie hielt die Predigt, und zum Schluss beteten wir gemeinsam das Vaterunser. Gut fand ich, dass die ehemalige „Tagesschau“-Sprecherin Dagmar Berghoff an dieser Zeremonie teilgenommen hat und auch schon einmal bei der Beisetzung eines Verkäufers war.

Mitte unten: Landespastorin und Hinz&Kunzt-Herausgeberin Annegrethe Stoltenberg im Gespräch mit Ex-Tagesschau- Sprecherin Dagmar Berghoff. Bild rechts: Klaus Breyer macht sich Notizen für seinen Artikel.
Mitte unten: Landespastorin und Hinz&Kunzt-Herausgeberin Annegrethe Stoltenberg im Gespräch mit Ex-Tagesschau-
Sprecherin Dagmar Berghoff. Bild rechts: Klaus Breyer macht sich Notizen für seinen Artikel.

Bestimmt werden andere Verkäufer und ich öfter mal wiederkommen, für drei, vier Minuten hier stehen und einen kleinen Blumenstrauß hinlegen – für unsere Kollegen. Wenn ich eines Tages den „Mors“ zukneife, will ich auch, dass hier für mich eine Plakette aufgehängt wird.

Text: Klaus Breyer
Fotos: Frank Muchlinsky

1 Kommentar zu “Der Gedenkbaum

  1. Mag sein das Stephan Karrenbauer diese Idee hatte, an der ich auch immer geglaubt habe !! Aber es gab vor her schon eine so genannte Gedenkstätte bei HINZ&KUNZT !! Wo der Künstler dieser Gedenkstatte immer die Verstorbenen HINZ&KUNZT Verkaüfer-innen auf schreibt !! Denn unser Verkäufer Erich Heeder, hat so mal den TOT seines Kollegen in Mümmelmannsberg überwunden, in dem er dieses Kunstobjekt geschaffen hat. Seit dieser Zeit ist es für unseren Verkäufer Erich nicht immer leicht, diese Namen dort auf zu schreiben, weil er einige seiner Kollegen gut gekannt hat. Es kann manch mal Tage dauern oder Wochen, bis er diese Namen dort auf schreibt, denn auch unser Verkäufer muß manchen TOT überwinden !! Das diese Gedenkstätte auf dem Öjendorfer Friedhof geschaffen wurde freute Erich sehr, und er ist auch fast immer am Totensonntag dort anwesend !!

    Geschrieben von Erich Heeder – HINZ&KUNZT VERKÄUFER

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