„Eines Tages springe ich über die Mauer“

Zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober erzählt im aktuellen Straßenmagazin Hinz&Künztler Fred Hauschka seine ganz persönliche Geschichte zur Wiedervereinigung.

fredhauschkaFred Hauschka wird 1965 im Städtchen Lübbenau im Land Brandenburg geboren und wächst hier auf. „Meine Kindheit war ganz schön“, sagt er.

Alles ändert sich, als er 14 wird und beginnt, sich politisch zu interessieren. Schnell liegt er mit den Lehrern, der Schule, dann der Staatssicherheit über Kreuz.

Er will nicht akzeptieren, dass es einigen wenigen gut geht, während die anderen hart malochen müssen. Dass nur einige ausgewählte Funktionäre in den Westen reisen dürfen. Er will erst recht nicht hinnehmen, dass man nicht offen seine Meinung sagen darf und dass Andersdenkende wie er polizeilich überwacht werden. Auch weigert er sich, der Freien Deutschen Jugend (FDJ) beizutreten, der Jugendorganisation der SED.

Er wolle nicht in die HJ, erklärt er dem Mitarbeiter der Staatssicherheit, zu dem er vorgeladen wird. Als der ihn zusammenbrüllt, ist Fred Hauschka um eine Antwort nicht verlegen: „Wieso, das ist doch die Honecker-Jugend, abgekürzt HJ, oder?“

Immer wieder gerät er mit der Staatsmacht aneinander; ständig wird er vorgeladen. Er darf nicht nach Ostberlin fahren, nur weil er mal gesagt hat: „Eines Tages springe ich über die Mauer.“ Als ihn bei einer Befragung im Zimmer seines Schuldirektors ein Stasi-Beamter schlägt, sagt der Direktor nur: „Also, ich hab nichts gesehen.“ Seine Klassenkameraden sagen: „Du hast ja recht, aber was sollen wir machen?“

Unterstützung findet er nur bei der örtlichen Kirchengemeinde, wo sich einige wenige Oppositionelle unter dem Schutz des Glaubens versammeln. Dann zieht der Staat die Schlinge zu: „Per Gerichtsbeschluss wurde mir mitgeteilt, dass ich als nicht würdig angesehen wurde, in einem sozialistischen Land eine sozialistische Lehrausbildung zu erhalten.“

Damit ist klar: Fred Hauschka wird nach Abschluss der Hauptschule nie eine Lehre machen können. Auch eine weitere Schullaufbahn, erst recht das Abitur, wird ihm verweigert werden…

Wie Fred Hauschkas Geschichte weiterging, wie es ihm gelang aus der DDR zu fliehen und wie sein Leben in Westdeutschland verlief, lesen Sie in der aktuellen Hinz&Kunzt (Ein Artikel von Frank Keil). Zu haben nur von unseren Verkäufern auf Hamburgs Straßen und Plätzen.

1 Kommentar zu “„Eines Tages springe ich über die Mauer“

  1. Unvorstellbar, wie es in einigen Lebens-Bereichen in der DDR so zugegangen ist. Ich wünsche Fred Hauschka trotz und wegen aller Stolperfallen und Hürden der Vergangenheit eine friedliche Zukunft! Alles Gute!
    Isabel

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