EHEC-Keim: Gesundheit geht bei den Tafeln vor

Bundesverband versichert, Lebensmittelsicherheit stehe an erster Stelle. Bedauern über Lebensmittelvernichtung. Hamburger Tafel nimmt keine Gemüse-Spenden an.

Gurken, Tomaten und Salat kommen bei vielen Tafeln nicht mehr in die Tüten ihrer Kunden
Gurken, Tomaten und Salat kommen bei vielen Tafeln nicht mehr in die Tüten ihrer Kunden

Die Ausbreitung des EHEC-Keines in Deutschland hat auch Auswirkungen auf die Tafeln.

„Wir als Bundesverband haben unseren Mitgliedern geraten, gespendete Lebensmittel nur dann anzunehmen und weiterzureichen, wenn deren Sicherheit zweifelsfrei ist. Verbraucherschutz steht für die Tafeln an erster Stelle“, so Gerd Häuser, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Deutsche Tafel e.V.

Die rund 800 Tafeln in Deutschland verteilen gespendete Lebensmittel an Bedürftige – neben verpackten Lebensmitteln auch frische Produkte. Nun nähmen viele Tafeln, so der Bundesverband, das Gemüse, das in womöglich in Verbindung mit den Infektionen steht, nicht mehr an. Vor allem die Tafeln in Nord- und Mitteldeutschland seien besonders vorsichtig, denn hier gibt es erheblich mehr EHEC-Fälle als im Süden des Landes.

Die Hamburger Tafel lehnt seit der Warnung vor Tomaten, Gurken, Salat und den zuletzt unter Verdacht geratenen Sprossen solche Waren von Spendern ab. Diese hätten dafür Verständnis, so Reinhard Gibbe von der Hamburger Tafel: „Wenn keiner das Gemüse kaufen will, warum sollten es unsere Kunden essen?“

Der Tafelverband bedauert die Vernichtung einwandfreier Lebensmittel aus Vorsicht vor Produkten, die möglicherweise Überträger der Krankheit sein könnten: „In den wenigen Tagen seit Bekanntwerden der Infektionen sind zigtausende Tonnen einwandfreier Lebensmittel auf dem Müll gelandet“, so Häuser. „Wir hoffen sehr, dass die zuständigen Behörden schnellstmöglich die Quelle des EHEC-Erregers feststellen und beseitigen, damit einwandfreie Lebensmittel vor der Vernichtung bewahrt werden.“

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