Kersten-Miles-Brücke

Feuer zerstört Schlafplatz

In der Nacht auf Montag ist der Schlafplatz einiger Obdachloser unter der Kersten-Miles-Brücke in der Nähe der Landungsbrücken durch ein Feuer vernichtet worden. Der Bezirk hat das Gelände vorerst abgesperrt, um den Schaden zu begutachten.

Alles verloren: Derzeit campieren die Obdachlosen wenige Meter vom Brandort entfernt
Fast alles verloren: Die Obdachlosen campieren derzeit am Rande der Kersten-Miles-Brücke

Der Geruch von verbranntem Plastik hängt noch in der Luft. Schwarzer Ruß überdeckt den vormals roten Backstein. Ein Großfeuer hat am Sonntag die „Brückenplatte“ der Obdachlosen unter der Kersten-Miles-Brücke auf St. Pauli vernichtet. Nach Informationen der Polizei hatte eine Bewohnerin Läuse in ihrer Wäsche durch die Hitze des Lagerfeuers abtöten wollen. Doch die Aktion geriet außer Kontrolle. Die Flammen griffen auf die Kleidung über. Der Löschversuch mit einem Schlafsack ging nach hinten los. „Plötzlich brannte eine Matratze “, erzählt Ioan, der zusammen mit drei anderen Obdachlosen zuletzt unter der Kersten-Miles-Brücke wohnte. „Wir haben fast alles verloren. Papiere, Geld und unsere Klamotten hat das Feuer vernichtet.“

Die Polizei ermittelt nun gegen die 21-jährige Verursacherin des Brandes wegen Sachbeschädigung. Ihren Schutz vor Schnee und Regen haben die Obdachlosen vorerst eingebüßt. Denn das Bezirksamt hat den Bereich unter der denkmalgeschützten Brücke sperren lassen. „Wir werden in den kommenden Tagen den Schaden begutachten lassen und dann entscheiden, wie es weiter geht “, erklärt Sorina Weiland, Pressesprecherin des Bezirks Mitte.

Derzeit campieren die Obdachlosen nur wenige Meter vom Brandort entfernt am Rande des Alten Elbparks. Nur ein Tisch, drei Matratzen und zwei rußbedeckte Sessel konnten vor den Flammen gerettet werden. „Unsere Pavillons wurde leider durch das Feuer vernichtet“, sagt Ioan. „Wenn es anfängt zu regnen, müssen wir versuchen auf der anderen Seite der Brücke Unterschlupf zu finden.“

Text & Fotos: JOF

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