Black History Month

Black History Month: Feiern, informieren, diskutieren

Noch bis März feiert die afroamerikanische Gemeinde in Hamburg den Black History Month. Traditionell wird damit der Einfluss von Schwarzen auf die Geschichte und Kultur gewürdigt. Alle Hamburger sind eingeladen: zu Filmen, Diskussionen und Partys.

Noch bis zum 9. März läuft der Black History Month in Hamburg mit vielfältigen Veranstaltungen.

„Es geht uns darum, zu zeigen, was schwarze Kultur ausmacht. Wir wollen die Leute zusammenbringen und neue Kontakte ermöglichen“, sagt Nigel Asher. Er ist Musiker und betreibt ein eigenes Label namens Colourmusic. In diesen Tagen ist Asher aber vor allem Koordinator und Sprecher für den Black History Month in Hamburg.

Der findet dieses Jahr schon zum 16. Mal statt. Eine Tatsache, die Asher freut. Es geht ihm darum, Menschen zu verbinden –  egal, welche Hautfarbe, politische Ausrichtung oder Religion sie haben. „Hamburg ist ja ohnehin eine interkulturelle Stadt. Es gibt ein großes Interesse, mehr über andere Kulturen zu erfahren.“

Das Programm bietet auch in diesem Jahr wieder viel zu entdecken: Wie etwa das Film-Porträt über Auma Obama, die ältere Schwester von US-Präsident Barack Obama. Ihr bewegtes Leben hat Regisseurin Branwen Okpako eingefangen: von der Geschichte der Obama-Familie bis zur historischen Wahl des ersten schwarzen Präsidenten der USA. Die Regisseurin ist bei der Vorführung im Metropolis-Kino am 16. Februar anwesend und beantwortet danach Zuschauer-Fragen.

„Bei der Geschichtsvermittlung gibt es sowieso noch großen Nachholbedarf“, sagt Organisator Asher: „In der Schule erfahren schwarze Kinder kaum etwas über ihre Geschichte. Es geht uns auch darum, diese Informationen stärker zu verbreiten.“ Damit befasst sich etwa die Veranstaltung „Geschichte neugeschrieben“ am Sonnabend, den 25. Februar. Die Referenten Manuela Bauche beschäftigt sich mit der Verniedlichung des deutschen Kolonialismus in der offiziellen Geschichtsschreibung. Und Dr. Shungu M. Tunkanonga-Dikuda geht in seinem Vortrag der Frage nach, was Lehrbücher und Historiker alles verschweigen.

Einige Veranstaltungen richten sich speziell an Kinder und Familien. Wie etwa das „Kinderspektakel“ am 3. März. Es werden geboten: Singen, Tanzen, Trommeln, Capoeira, Spielen und Basteln mit Toto Lightman und Miriam Silva.

Die Idee zum Black History Month stammt aus den USA: 1926 erlebte er dort seine Premiere. Der Anlass: Die Organisatoren wollten der einseitigen Darstellung von Afroamerikanern in den Geschichtsbüchern der Zeit etwas entgegensetzen. Sie kamen damals fast nur als Sklaven vor. Der Black History Month würdigt hingegen ihre vielfältigen Beiträge zu Geschichte, Kultur und Politik. Die amerikanische Sängerin Cynthia Utterbach holte den Black History Month 1996 nach Hamburg.

Text: Simone Deckner
Foto: Colourmusic

Mehr Informationen

Black History Month Hamburg 2012 Programmflyer (PDF)
Black History Month bei Facebook
Geschichte des Black History Month in den USA

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